PKV trotz Psychotherapie

PKV trotz Psychotherapie

Laut Bundes Psychotherapeuten Kammer leidet knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung zumindest einmal im Jahr an einer psychischen Erkrankung, wie beispielsweise einer Depression oder einer Angststörung. Aktuellen Studien zufolge gingen im Jahr 2015 über 16 % aller Fehltage am Arbeitsplatz auf das Konto von psychischen Erkrankungen. Das macht Platz drei auf der Skala der Ursachen für Fehlzeiten. Auf der anderen Seite weist nicht jede therapeutische Behandlung automatisch auf eine grundlegende seelische Störung hin. Häufig sind einfach akute Situationen zu bewältigen – zum Beispiel eine starke Prüfungsangst, ein Jobverlust, eine Trennung oder der Verlust naher Angehöriger. Was immer auch der Grund für die Inanspruchnahme einer Therapie sein mag – allgemein hat sich die Einschätzung verbreitet, den Abschluss einer privaten Krankenversicherung könne man damit nach der Psychotherapie grundsätzlich ad acta legen. Doch das ist falsch – PKV trotz Psychotherapie ist möglich.

Tipp:
Haben Sie in der Vergangenheit Psychotherapie in Anspruch genommen, sollten Sie auf keinen Fall einen verbindlichen Antrag stellen. Besser ist eine unverbindliche Voranfrage bzw. Ausschreibung zusammen mit einem versierten Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler oder Versicherungsberater durchzuführen..

PKV trotz Psychotherapie: Gesundheitsfragen und Therapiebericht

Richtig ist, dass man in den Gesundheitsfragen nicht knausern darf. Wann, aus welchem Grund und über wie viele Sitzungen fand die Therapie statt? Welche Diagnose wurde gestellt? Falls Medikamente verordnet wurden – hat man sie tatsächlich in vollem Umfang eingenommen oder möglicherweise zumindest einen Teil davon an den Therapeuten zurückgegeben? Stimmte die spätere Abrechnung tatsächlich mit dem ursprünglichen Kostenübernahmeantrag der GKV überein? All diese Fragen sollten gewissenhaft beantwortet werden. Hinzu gehört ein Therapiebericht. Dieser enthält:

  • den Grund für die Therapie
  • die Anzahl der Sitzungen
  • die persönlichen Therapiefortschritte während diese Sitzungen
  • den Abschlussbericht inklusive Diagnose und Zukunftsprognose

Alleine in die Hände des Therapeuten legen sollte man sein Schicksal jedoch nicht. Beim PKV-Unternehmen kommt es gut an, wenn ein Antragsteller sich auch selbst – und zwar ausführlich – zum Grund, Behandlungsverlauf und zum Ergebnis einer Therapie äußert.

PKV trotz Psychotherapie:
Gesundheitsfragen der PKV-Versicherer

Bei den Gesundheitsfragen legen die PKV-Versicherer im Hinblick auf den Punkt Psychotherapie äußerst unterschiedliche zeitliche Maßstäbe an. Während die einen nur Angaben zu den drei Jahren vor Antragstellung haben wollen, wünschen andere Aufklärung zu fünf oder gar zehn Jahren. Umso mehr ist es ratsam, schon bei der Antragstellung bzw. bei einer Voranfrage auf die kompetente Beratung und Betreuung durch einen Versicherungsvermittler oder Versicherungsberater zu vertrauen.

PKV trotz Psychotherapie: Unterschiede in der Definition

Natürlich sollte man auch einen feinen Unterschied berücksichtigen. Wer seelische Probleme hat, wird vermutlich zunächst das Gespräch mit seinem Hausarzt oder Internisten suchen. Dieser erkennt zumeist schnell, ob eine Weiterleitung zum Therapeuten angebracht ist. Ein solches Gespräch an sich fällt bei den Gesundheitsfragen aber noch nicht unter das Stichwort Psychotherapie. Laut Psychotherapeutengesetz handelt es sich dabei vielmehr um „jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist“. Dazu ist eine besondere Aus- oder -Weiterbildung (bei Ärzten) erforderlich. Heilpraktiker dürfen sich laut Gesetz nicht Psychotherapeuten nennen.

Jede Psychotherapie startet übrigens mit maximal fünf Sitzungen auf Probe (probatorische Sitzungen), in denen herausgefunden werden soll, ob Patient und Therapeut überhaupt miteinander harmonieren – und ob der Therapieweg der individuell richtige ist. Manche PKV-Unternehmen sehen für jedes Kalenderjahr nur eine Höchstzahl an Therapiesitzungen vor und berechnen dabei auch die Probesitzungen. Mit einem entsprechenden Tarif sollte man also kein Therapeuten-Hopping betreiben.

Vom 1. April 2018 an wird allen Probesitzungen aber ohnehin zwingend ein Erstgespräch im Rahmen der Therapeuten-Sprechstunde vorgeschoben werden. Schon bei diesem ersten Termin wird dann für mehr Transparenz sorgen. Es kommt daher am Ende auf den Grund des Besuches bei einem „Therapeuten“ an, wie das Ergebnis in die Risikoeinschätzung durch den Versicherer einfließen kann.

Tipp:
Etliche Arbeitgeber, aber auch Verbände, Vereine, Berufsverbände und Versorgungswerke bieten Beschäftigten oder Mitgliedern PKV-Gruppenverträge nicht nur zu besonders günstigen Prämien an. Es findet dort auch eine – teils stark – vereinfachte Gesundheitsprüfung statt. Allenfalls muss man einen Risikozuschlag oder einen partiellen Leistungsausschluss für eine seelische Vorerkrankung hinnehmen. Der Vertragsabschluss an sich wird jedoch nicht gefährdet.

Private Krankenversicherung nach einer Psychotherapie

Möglicherweise wird man mit einer dem Versicherer bekannten psychischen Vorerkrankung zumindest um einen Risikozuschlag auf die gesamte Vertragsprämie nicht herumkommen. Jedoch lässt sich durchaus für einen späteren Zeitpunkt eine erneute Gesundheitsprüfung mit der Möglichkeit eines Wegfalls des Zuschlages vereinbaren. Nur wenn weitere Behandlungen sehr wahrscheinlich erscheinen, wird der Versicherer sich nicht mit einem Zuschlag zufriedengeben, sondern auf einem partiellen Leistungsausschluss für psychisch Erkrankungen bestehen oder den Versicherungsantrag komplett ablehnen.

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