Archiv für 2019

Bluttest zum Downsyndrom - Genetische Anomalien im Mutterleib finden

Sollen Bluttests, wie der Downsyndrom-Bluttest, die Veränderungen des Erbguts und daraus folgende Behinderungen bei einem Kind vor der Geburt anzeigen, von der Krankenkasse bezahlt werden oder nicht? Ja, sagt der Gemeinsame Bund­es­aus­schuss – wenn es sich um Risikoschwangerschaften handelt. Wie sich diese Entscheidung für Betroffene konkret auswirkt, zeigt der Beitrag.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht: Im September beschlossen die Experten, dass nicht-invasive molekulargenetische Tests (NIPT) in begründeten Einzelfällen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfolgen sollen.

Ziel sei es, in „begründeten Einzelfällen“ bei einer Schwangerschaft das eventuelle Vorliegen einer Trisomie 13, 18 und 21 über eine Analyse des Blutes zu klären, anstatt auf invasive Verfahren wie die Biopsie der Plazenta oder die Frucht­was­ser­un­ter­su­chung zu setzen. Denn die invasiven Möglichkeiten bergen das Risiko einer Fehlgeburt. Fünf bis zehn von 1.000 Frauen sind davon laut G-BA betroffen.

Das Risiko einer Fehlgeburt durch Downsyndrom-Bluttest beseitigen

Bei einer NIPT wird der Schwangeren lediglich Blut abgenommen. Da sich im Blut der Mutter auch Fragmente der DNA des Kindes befinden, lassen sich anhand dessen molekulargenetische Untersuchungen auf mögliche Veränderungen im Erbgut, wie eben Anomalien der Chromosomen 13, 18 oder 21 feststellen. Die GKV wird jedoch die Kosten eines NIPT voraussichtlich erst Ende 2020 übernehmen. Es müssen die verpflichtend vorgesehenen Versicherteninformationen verfasst werden, zudem muss das Bundesministerium für Gesundheit den Beschlüssen noch zustimmen. Die Versicherteninformationen sollen unter anderem be­schrei­ben, was konkret in der Pränataldiagnostik möglich ist und was dies bedeutet.

Seit 2012 gibt es bereits die nichtinvasiven Bluttests in Deutschland. Allerdings musste man die Kosten dafür bisher selbst übernehmen. Rund 130 Euro kostete die günstigere Variante. Auch die Kosten für eine Fruchtwasserpunktion beispielsweise mussten Schwangere selbst tragen.

Nur für Risikoschwangerschaften, etwa wenn die werdende Mutter älter als 35 Jahre alt ist oder in der Familie genetische Vorbelastungen vorkommen, kam die Krankenkasse für die invasiven Untersuchungen auf. Ähnlich ist nun auch die Konstellation, wenn die Krankenkasse für den NIPT zahlt. Nur in dem Fall eines begründeten Verdachts oder eines vorliegenden Risiko trägt die Kasse die Kosten des Bluttests. In allen anderen Fällen muss die werdende Mama selbst die Rechnung begleichen.

Ein unvertretbares „Screening“ ist nicht Ziel der neuen Tests

Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA macht deutlich:

„Durch sehr enge Voraussetzungen wird klar und eindeutig im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien geregelt, dass der NIPT nicht als ethisch unvertretbares ‚Screening‘ eingesetzt wird, sondern die Anwendung des NIPT nur unter bestimmten Bedingungen vorgenommen werden kann“.

Denn kritische Stimmen befürchten, dass die Schwangerschaftsabbrüche aufgrund einer festgestellten Behinderung des Babys zunehmen werden.

Daher sollen Frauen und Paare umfassend unterstützt und beraten werden, bevor sie sich nach dem Downsyndrom-Bluttest für oder gegen ein Kind mit einer Anomalie entscheiden. Der G-BA weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass vor allem die „ärztliche Aufklärung und Beratung über das Wesen, die Bedeutung und Tragweite der genetischen Untersuchung und deren mögliche Befunde ausdrücklich ergebnisoffen und in verständlicher Form stattzufinden“ hat.

Downsyndrom-Bluttest – eine ethische Frage

Im Zusammenhang mit der Entscheidung, ob der Bluttest von der gesetzlichen Krankenversicherung zu übernehmen sei oder nicht, entspann sich eine Kontroverse darüber, wie weit genetische Untersuchungen im Mutterleib gehen dürfen und welche Folgen das habe. Insbesondere diskutierten Befürworter und Kritiker, wie hierzulande mit dem Thema der Behinderungen beziehungsweise einer „Abschaffung“ von Behinderungen umgegangen wird. Denn viele Schwa­nger­schaf­ten, bei denen zweifelsfrei eine Genanomalie diagnostiziert wurde, würden abgebrochen werden.

In Dänemark zum Beispiel kann einem Bericht der Welt zufolge der Trisomie-21-Bluttest seit 2004 durchgeführt werden. Im Jahr 2017 zeigte eine Auswertung, dass sich 97 Prozent testen ließen. Bei denjenigen, bei denen sich eine Trisomie 21 ergab, brachen 95 Prozent die Schwangerschaft ab.

Und diejenigen Eltern, die sich für ein Kind mit Down-Syndrom entscheiden, würden sich oft rechtfertigen müssen. Ein ethischer Konflikt, den auch der Gesetzgeber nicht zu lösen vermag.

Immer mehr Zeit verbringen wir drinnen und dann auch noch oft vor einem Bildschirm. Sei es das Smartphone, der Computermonitor oder der Fernseher. Das ist nicht gut für die Gesundheit. Vor allem die Augen und die Haut leiden unter Digital Aging. Welche Möglichkeiten es zum Schutz gibt, erfahren Sie hier.

High-Energy Visible Light (HEV), hochenergetisches sichtbares Licht, oder auch Blue Light (Blaues Licht) – so lautet die neue Bedrohung für unsere Haut und unsere Augen. Diverse Studien befassen sich immer wieder mit den Auswirkungen des sogenannten kaltweißen LED-Lichts in Wohnräumen und bei der Straßenbeleuchtung. Desweiteren erforschen zahlreiche Wissenschaftler weltweit, wie sich die zunehmende Nutzung von Smartphones, Tablets, Computern und Fernsehgeräten auf uns auswirkt.

Das stundenlange Schauen auf die leuchtenden Bildschirme – meist aus nächster Nähe – in einer Umgebung mit ebenfalls hohem Blauanteil im Licht, belastet die Augen doppelt. Die Folgen können Kurzsichtigkeit sowie eine Makuladegeneration, eine Erkrankung der Netzhaut, sein.

US-Forscher wollen nun auch die Ursache für die negative Wirkung des blauen Lichts auf die Augen herausgefunden haben. Demnach ist ein Molekül namens Retinal dafür verantwortlich. Dieses Molekül kommt in jenen Zellen vor, die das Hell-Dunkel-Sehen ermöglichen. Trifft blaues Licht darauf, werden offenbar toxische Verbindungen erzeugt, die die Sehzelle angreifen und abtöten. Nur ein anderes Molekül, vermutlich das Alpha-Tocopherol (Vitamin E) beugt diesem Zelltod vor. Je älter der Mensch jedoch ist, desto schlechter der Schutz und desto eher kommt es zu den Veränderungen im Auge.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Blaulicht und Krebs?

Nicht nur die Augen, auch die Haut kann durch dieses Licht aber schneller altern. Dieser Prozess wird Digital Aging („Hautalterung durch blaues Bildschirm-Licht“) genannt. Mit der Haut geschieht nämlich Ähnliches wie bei den Augen. Es dringt, anders als das UV-Licht, das eher oberflächlich wirkt, tiefer in die Hautschicht ein. Dort kann die Bildung freier Radikale und damit oxidativer Stress ausgelöst werden. Das wiederum sorgt für Zellschäden.

Zudem soll eine ungleichmäßige Hautpigmentierung, die sogenannte Hyperpigmentierung, auf zu viel Lichteinstrahlung zurückgeführt werden können. Sie äußert sich in Altersflecken, Melasmen und Pigmentflecken. Im Grunde gehören sowohl Falten als auch die veränderte Pigmentbildung zum normalen Alterungsprozess. Allerdings wird dies durch zu viel Licht beschleunigt.

Zudem vermuten manche Forscher einen Zusammenhang mit der Entstehung von einigen Krebsarten, wenn wir insbesondere nachts diesem Licht ausgesetzt sind. Die Produktion von Melatonin wird damit gehemmt. Das Hormon ist allerdings für die Regulation des Wach-Schlaf-Rhythmus verantwortlich. Gerät dieser durcheinander, begünstigt das im schlimmsten Fall die Entstehung von Brust- oder Prostatakrebs.

Mit Brille und Cremes Digital Aging vorbeugen

Die Brillen- und auch die Kosmetikindustrie bieten indes Lösungen für Probleme mit dem blauen Licht an. Es gibt mittlerweile Brillen, sogar als Fensterglas-Variante, mit einem Blaulichtfilter. Sie wirken wie eine klassische Sonnenbrille. Nur filtern sie eben zusätzlich zum ultravioletten das hochenergetische sichtbare blau-violette Licht. Damit möchte man die positiven Effekte des Sonnenlichts auf den Organismus nutzen und gleichzeitig die negativen Einflüsse reduzieren.
Ähnlich steht es mit diversen Cremes, die mit einem zusätzlichen Zellschutz neben dem UV-Licht der Sonne vor den Folgen übermäßiger Einwirkung des blauen Lichts schützen sollen.

Neben den Brillen- und Kosmetikherstellern haben Smartphone-Produzenten auf die Probleme einer andauernden Zufuhr des blauen Lichts reagiert. Es gibt in den neuen Modellen Blaulichtfilter, die man über die Night-Shift-Funktion aktivieren kann.

Sterbehilfe - Wann sie verboten und wann sie erlaubt ist

Dank der modernen Medizin leben wir heute deutlich länger. Lebensverlängernde Maßnahmen bergen aber auch das Risiko, stark eingeschränkt weiterleben zu müssen oder unter Qualen langsam zu sterben. Nicht nur Betroffenen stellt sich die Frage, wieweit das eigene Sterben in einer solchen Situation gestaltet und begleitet werden kann. Die Gesetzeslage hierzu ist in Deutschland nicht eindeutig.

Aktive Sterbehilfe, die sogenannte „Tötung auf Verlangen“, ist laut Paragraf 212 des Strafgesetzbuchs (StGB) in Deutschland grundsätzlich verboten. Die Beihilfe – der assistierte Suizid – ist unter Umständen erlaubt, sofern er nicht geschäftsmäßig ist. Doch was heißt das? Macht sich ein Hausarzt schon strafbar, wenn er einem todkranken oder stark pflegebedürftigen Patienten neben schmerzlindernden Mitteln wiederholt Schlafmittel in größeren Mengen verschreibt? Was kann ein Patient tun, der für sich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als seinen vorgezogenen Tod? Welche kognitiven und physischen Voraussetzungen muss er mitbringen, damit die ihm helfende Person keine Strafverfolgung fürchten muss – damit Sterbehilfe zulässig und ethisch vertretbar wäre?

Aktive Sterbehilfe ist verboten

Wenn ein Mediziner einen Patienten auf dessen Wunsch hin – etwa durch die Injektion einer Überdosis Narkose- oder Schmerzmittel tötet – macht er sich strafbar. Er leistet aktive Sterbehilfe. Diese „Tötung auf Verlangen“ verfolgt man in Deutschland rechtlich. Aktive Sterbehilfe kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis hin zu fünf Jahren bestraft werden. In anderen europäischen Ländern wie Belgien oder der Schweiz ist sie hingegen unter Einhaltung strikter Regeln gestattet.

Beihilfe zur Selbsttötung ist teilweise erlaubt

Wenn ein vom Hals abwärts gelähmter Patient ganz bewusst einen Becher austrinkt, den sein Arzt oder eine nahestehende Person mit einem tödlichen Medikament gefüllt und bereitgestellt hat, spricht man von assistiertem Suizid. Der Patient selbst nimmt sich das Leben – und Suizid ist straffrei. Daher ist auch die Beihilfe zum Suizid – die Bereitstellung des Bechers – theoretisch nicht strafbar. Wichtig hierfür ist eine eindeutige Willensbekundung des Patienten. Es könnte andernfalls geprüft werden, ob andere Straftatbestände wie Totschlag oder unterlassene Hilfeleistung erfüllt werden. Allerdings untersagt es die Bundesärztekammer, Beihilfe zum Suizid zu leisten. Ärzten droht also ein Berufsverbot.

Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung:

Paragraf 217 StGB regelt seit 2015 zudem die „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“. Darin heißt es: „Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Aber auch: „Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschäftsmäßig handelt und entweder Angehöriger des in Absatz 1 genannten anderen ist oder diesem nahesteht.“

Diese Formulierung hat viele verunsichert. Denn obwohl sich der Paragraf gegen Sterbehilfevereine richtet, kann man auch die Beihilfe durch den Arzt durch die Wiederholung seiner Handlungen als „geschäftsmäßig“ deuten.

Indirekte und passive Sterbehilfe: unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt

Wird ein Arzt bei einem todkranken Patienten dagegen palliativ tätig – auch auf die Gefahr hin, dass die eingesetzten Schmerzmittel noch schneller zum Tod führen – spricht man von indirekter Sterbehilfe, die in Deutschland zulässig ist.

Passive Sterbehilfe nur mit entsprechender Vollmacht

Wenn eine medizinische Behandlung das Leiden des Patienten aus Sicht des Arztes nur verlängert und der Patient nicht mehr leben möchte, ist seit 2010 auch passive Sterbehilfe in Deutschland erlaubt. Allerdings können lebensverlängernde Maßnahmen nur dann gestoppt oder unterlassen werden, wenn eine schriftliche Willensbekundung in Form einer Patientenverfügung vorliegt oder eine andere Person mit einer Patientenvollmacht über das weitere Vorgehen entscheidet.

67% für aktive Sterbehilfe:

67 Prozent der Deutschen sprechen sich für eine Zulassung der aktiven Sterbehilfe aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov (Juli 2019) befürworten 38 Prozent die aktive Sterbehilfe „voll und ganz“. Weitere 29 Prozent stimmen ihr „eher“ zu, dagegen sind 17 Prozent der Befragten.

Kein Geld für Hund und Katze

Selbst wenn einer Patientin oder einem Patienten durch seinen Arzt ein Haustier zur Therapie einer Erkrankung empfohlen wird, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht an den Kosten. Zu Recht, wie das Sozialgericht Dortmund kürzlich entschied. Hunde und Katzen sind keine Heil- oder Hilfsmittel im Sinne des Sozialgesetzes.

Können die sozialen Eigenschaften von Haustieren bei der Therapie Erkrankter nachhaltig helfen und gelten daher als Heil- oder Hilfsmittel ? Nach Meinung einer psychisch kranken Frau eindeutig ja. Ihre beiden Haustiere würden zu ihrer Genesung nach einer psychischen Erkrankung positiv beitragen. Sie habe durch die Gegenwart der Tiere wieder Lebensmut gewinnen können.

Ihre Bitte nach Übernahme der monatlichen Kosten für Futter, Hundesteuer und Versicherung eines Hundes und einer Katze lehnte Ihre Krankenkasse aber trotzdem ab da Hunde und Katzen keine Heil- oder Hilfsmittel sind. Die Frau klagte dagegen, da sie ohne Unterstützung der Krankenkasse die Tiere abgeben müsse. Dieses würde zu einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes führen – allerdings ohne Erfolg. Wie das Sozialgericht Dortmund unter dem Aktenzeichen S 8 KR 1740/18 entschied, seien Tiere eben „nicht als Hilfs- oder Heilmittel im Sinne der gesetzlichen Vorschriften zu qualifizieren.“

Haustiere nicht Teil einer Krankenbehandlung

Das Sozialgericht Dortmund beschied zwar, dass Tiere „Spielkameraden seien, die manchmal einen Partner ersetzen und der Gesellschaft und Unterhaltung dienen können“. Doch auch wenn sie sich positiv auf die Psyche von kranken Menschen auswirken mögen, macht es sie dennoch „nicht zum Teil einer Krankenbehandlung.“ Weiter stellte das Sozialgericht Dortmund fest, dass die Klägerin ihre Tiere ja auch „bereits lange vor ihrer Erkrankung angeschafft hatte und dies nicht ausschließlich und unmittelbar zur Besserung ihrer psychischen Erkrankung.“

Blindenhunde bilden Ausnahme

Die einzige Ausnahme für eine Kostenübernahme für Haustiere gilt nach Auffassung des Sozialgerichts für Blindenhunde. Jedoch liege laut Sozialgericht Dortmund bei der Klägerin weder Blindheit noch eine hochgradige Sehbehinderung vor. Außerdem handele es sich bei dem Hund der Klägerin auch nicht um einen ausgebildeten Blindenführhund.

Nur ein speziell ausgebildeter Assistenzhund gilt nach § 33 SGB V als Hilfsmittel im Sinne des Krankenversicherungsrechts. Bis zu 30.000 Euro kann die Schulung eines Blindenführhundes in Deutschland kosten. Sofern die entsprechenden Voraussetzungen für eine Notwendigkeit bei der Krankenkasse aktenkundig werden, muss diese auch die vollen Kosten übernehmen.

Voraussetzungen für die Kostenerstattung

Um die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung für die Anschaffung eines Blindenführhundes und auch für den Einarbeitungslehrgang mit dem Blindenführhund, die Ausstattung mit Zubehör sowie die Zahlung einer monatlichen Pauschale zum Unterhalt des Tieres zu erfüllen, muss die Sehschärfe der Antragstellerin oder des Antragstellers unter fünf Prozent liegen. Zudem muss die oder der Blinde körperlich fit genug fürs Halten eines Hundes sein. Außerdem muss genügend Wohnraum für die Unterbringung zur Verfügung stehen. Bei vermieteten Objekten sollte der Vermieter einer Tierhaltung grundsätzlich zugestimmt haben.

Teils sträuben sich Krankenkassen aber gegen eine Kostenübernahme für einen Blindenführerhund. Etwa mit der Argumentation, gute Ortskenntnisse und ein Blindenstock würden ausreichen. In so einem Fall, entschied das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (Az.: L 5 KR 99/13) im Oktober 2013, dass „ein Blindenführhund dem unmittelbaren Behinderungsausgleich bei Blindheit dient. Er kann neben einem Blindenlangstock medizinisch erforderlich sein, wenn er wesentliche Gebrauchsvorteile gegenüber diesem bietet“.

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Tattoo-Entfernung: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Wenn das Tattoo nicht mehr gefällt, kann es durch ein anderes überdeckt – oder eine Tattoo-Entfernung durch eine Laserbehandlung durchgeführt werden. Die Kosten muss der Tätowierte jedoch selbst tragen und ganz ohne Risiko ist die Prozedur auch nicht.

Ob „Horror-Tattoos“ oder „Nightmare-Tattoos“ – im Fernsehen laufen diverse Cover-Up-Shows zum Thema Tattoos. Dort kommen Menschen zu Tätowierern, weil ihnen ihr Körperschmuck aus irgendeinem Grund nicht (mehr) gefällt. Sie wünschen sich von den Experten, dass sie aus dem verunglückten oder gar verhassten Tattoo ein neues, schönes machen.

Der Trend zum Stechen von Bildern, Schriftzeichen oder ganzen Songtexten ist hierzulande schon lange in Mode. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Dalia zufolge tragen 36 Prozent der Deutschen den Körperschmuck. Doch für den einen oder anderen gehört das alte Tattoo in die Rubrik Jugendsünde und man möchte am liebsten eine Tattoo-Entfernung. Ein Cover-up ist die eine Möglichkeit und eine Laserbehandlung die andere.

Jedoch braucht es für den Einsatz der Lasertechnik oftmals weitaus mehr als eine Sitzung. Das hängt von der Größe und der eingesetzten Farbe des Bildes ab. Fünf bis zehn, manchmal mehr Termine sind nicht selten. Dadurch wird es zum einen recht teuer und zum anderen birgt die Prozedur auch Risiken. Genau aus dem Grund stellt man die Tattoo-Entfernung ab dem Jahr 2021 unter Arztvorbehalt.

Wie das Lasern bei einer Tattoo-Entfernung funktioniert

Durch die Energie der optischen Strahlung, bei der die Wellenlänge zum verwendeten Farbstoff der Tätowierung passen muss, werden mithilfe extrem kurzer Laserpulsen die kleinen Farbteilchen in der Haut zerstört. Die Reste soll der Körper selbst abbauen. Allerdings können bei der Zerstörung der Farben krebserregende und giftige Stoffe frei werden. Welche das genau sind und wie sie sich im Körper verhalten, ist Bundesamt für Strahlenschutz noch abschließend nicht geklärt. Auch Langzeituntersuchungen zu den Folgen gibt es demnach bislang nicht.

Krankenversicherung trägt die Kosten für Tattoo-Entfernung nicht

Nicht zuletzt wegen des gesundheitlichen Aspekts liegt die Frage nahe, ob nicht die Krankenkasse für die Entfernung des Tattoos aufkommen könnte. Die klare Antwort lautet nein. Da es sich dabei nicht um eine Krankheit handelt, übernimmt die Krankenkasse nicht die Kosten.

Wichtig:

Im Jahr 2017 gab es allerdings eine ganz spezielle Ausnahme. Das Sozialgericht Düsseldorf gab der Klage einer Versicherten statt (Aktenzeichen S 27 KR 717/16), die genau das von ihrer Krankenkasse forderte.

Sozialgericht entscheidet über Ausnahmefall

Die damals 30-Jährige war zur Prostitution gezwungen worden. Unter dem Vorwand der Verbundenheit mit den beiden Tätern stach man ihr am Hals eine Tätowierung. Dabei handelte es sich um die Initialen der Täter sowie der Abkürzung „DH2“ für „die heilige Zwei“, wie die beiden sich nannten. Nachdem man die Klägerin aus ihrer Lage der Zwangsprostitution befreite, beantragte sie die Kostenübernahme der Tattoo-Entfernung durch die Krankenkasse.

Diese lehnte ab, wodurch der Fall vor dem Düsseldorfer Sozialgericht landete. Die Richter entschieden im Sinne der Klägerin, weil es sich ausnahmsweise um eine Krankenbehandlung handeln würde. Das Tattoo wirke entstellend und es drohe der Rückzug aus dem sozialen Leben.

Die Tätowierung falle aufgrund ihrer Größe und Lage am Hals auf. Sie wecke daher Neugier und die Klägerin könnte, darauf angesprochen, als Zwangsprostituierte erkannt werden. Wenn man das Tattoo nicht beseitigt, sei die Heilungsprognose der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung schlechter. Auch der Verweis auf eine psychotherapeutische Behandlung sei nicht zulässig. Es gehe nicht um das subjektive Empfinden der Klägerin, die mit einer natürlichen körperlichen Anomalie leben müsste. Zudem sei die Situation nicht damit vergleichbar, dass eine aus freien Stücken gestochene Tätowierung irgendwann nicht mehr gefalle.

Eine Fettabsaugung muss nicht immer privat bezahlt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen gesetzliche Krankenkassen den Eingriff – und das voraussichtlich schon ab Januar 2020. Was es dabei zu beachten gilt.

Bisher haben Krankenkassen Anträge auf die Kostenübernahme von Fettabsaugungen (Liposuktionen) routinemäßig abgelehnt. Denn anders als etwa ein Magenband bei extrem Übergewichtigen gehört die Übernahme von Leistungen der sogenannten ästhetisch-plastischen Chirurgie nicht zu den Regelleistungen und ist daher auch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt.

Liposuktionen gelten demnach als reine Schönheitsoperationen. Doch in manchen Fällen kann der Eingriff chronisch Kranken wirksam helfen. In der Vergangenheit gab es vereinzelt Gerichtsurteile, die die Kassen zur Übernahme der Operationskosten verpflichtet haben. So gewann etwa eine Versicherte in 2012 einen Prozess vor dem Sozialgericht Chemnitz. Ein Gutachter hatte ihr bescheinigt, dass sie an einem Lipödem („Reiterhosensyndrom“) leide.

Lipödem: Fettgewebe wächst schmerzhaft

Diese Krankheit betrifft nahezu ausschließlich Frauen und äußert sich in schmerzhaftem Fettgewebewachstum an Armen und Beinen. Konservative Behandlungsmethoden seien erfolglos gewesen, wirksame Therapien gebe es nicht. Da sich das Krankheitsbild durch Fettabsaugung behandeln lasse, müsse die Kasse die Behandlung zahlen (Aktenzeichen S 10 KR 189/10), hieß es damals im Urteil.

Weitere Klagen vor Sozialgerichten folgten. Bislang gab es indes nur Einzelfallentscheidungen und keinen allgemeinen Konsens darüber, ob die Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen müssen oder nicht. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen (G-BA) nun beschlossen, dass die Kosten für eine Fettabsaugung bei schweren Stoffwechselstörungen unter bestimmten Voraussetzungen generell übernommen werden. Die neue Regelung gilt zunächst etwa fünf Jahre bis Ende 2024.

Fettabsaugung als neue Kassenleistung ab 2020: Nur für schwere Fälle

Die Kostenübernahme gilt ausschließlich für schwere Fälle eines Lipödems. Falls übliche Therapien wie etwa eine Behandlung mit Lymphdrainagen und das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht wirken, können Patienten nun eine Fettabsaugung als Kassenleistung erhalten. Geplant ist dies ab Januar 2020.

Der Beschluss muss allerdings zuvor noch durch das Bundes­ge­sund­heits­mi­ni­ste­rium genehmigt werden. Auch müssen noch genaue Qualitätsstandards definiert und Details zu den Abrechnungsmodalitäten ausgearbeitet werden. Ob die Regelung dauerhaft gelten wird, entscheiden letztlich die Ergebnisse einer vom G-BA in Auftrag gegebenen Studie zum Thema.

Viele Raucher wollen sich von ihrem Laster befreien – insbesondere, wenn sie bereits erste Krankheiten haben. Doch das fällt meist nicht leicht. Zudem besteht kein Anspruch auf Versorgung mit Medikamenten zur Rauchentwöhnung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Aber: viele Kassen unterstützen Rauchentwöhnungskurse oder -methoden.

Rauchen ist ungesund. Das weiß jeder. So steht es auch auf den Zigarettenpackungen, gleich unter den abschreckenden Bildern. Vor allem ist Rauchen der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, kann die Entstehung von anderen Krebsarten begünstigen und auch Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Das alles ist allgemein bekannt. Und doch gibt es hierzulande nach wie vor Millionen Raucher. So manch einer versucht, immer mal wieder, aufzuhören. Allerdings brauchen die meisten mehrere Anläufe, um rauchfrei zu werden. Denn nicht nur der körperliche Entzug erschwert das Aufhören. Vor allem die Routinen, bei denen oft zum Glimmstängel gegriffen wird, machen den Verzicht oft schwer.

Etwas leichter soll es mit Nikotinersatzmitteln, wie Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster sein. Auch die sogenannten E-Zigaretten, bei deren Konsum nicht mehr vom Rauchen, sondern vom Dampfen gesprochen wird, können den Übergang in ein rauchfreies Leben angenehmer machen.

Wie funktioniert die Rauchentwöhnung?

An erster Stelle steht der fest Wille, den Zigaretten dauerhaft Adieu zu sagen. Mit konkreten Antworten auf die Frage, warum man aufhören will, fällt das Durchhalten leichter. Ein Ziel, sich beispielsweise von dem ersparten Geld etwas Schönes zu kaufen, steigert zusätzlich die Motivation. Eine ärztliche Therapie zur Raucherentwöhnung kann ebenfalls hilfreich sein. Das Gespräch mit einem Arzt hilft das Für und Wider dafür abzuwägen.

Der körperliche Entzug beginnt bereits nach ein paar Stunden ohne „Kippen“. Der Puls und der Blutdruck sinken. Kalte Hände und Füße werden seltener. Die Kohlenmonoxid-Belastung wird gesenkt. Dadurch wird wieder mehr Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden und der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich. Allerdings zählen zu den klassischen Begleiterscheinungen des Nikotin-Entzugs depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Unruhe, vermehrtes Schwitzen und größerer Appetit. Eine Gewichtszunahme ist daher nicht selten.

Was kostet eine Rauchentwöhnung?

Rauchen belastet nicht nur die Gesundheit,

sondern schmälert deutlich den Geldbeutel. Bei dem Konsum von 10 bis 20 Zigaretten am Tag, sind das bei einem Preis von sieben Euro pro Schachtel zwischen 1.345 bis 2.689 Euro jedes Jahr. Das könnte man sinnbringender in andere Dinge investieren.

Dessen sind sich Raucher oft auch bewusst, und wollen darum dem blauen Dunst gern dauerhaft entfliehen. Insbesondere wenn bereits ein paar erfolglose Versuche unternommen wurden, die Zigaretten los zu werden, versucht es manch einer mit Akupunktur oder Hypnose zur Rauchentwöhnung. Hier kosten die Sitzungen, je nach Anbieter und Dauer zwischen 30 und etwa 400 Euro. Ob die Kosten für Akupunktur oder Hypnose von der Krankenkasse übernommen werden, hängt von der Kasse ab und muss erfragt werden.

Nikotinpflaster sind mit einem geringen Nikotingehalt und in der kleinsten Packungsgröße mit sieben Stück für je 24 Stunden Nikotinzufuhr für um die 20 Euro zu bekommen. Für bereits unter zehn Euro sind dagegen Nikotinkaugummis erhältlich, um damit schrittweise das Verlangen nach Nikotin zu reduzieren, und ohne Zigaretten leben zu können.

Was sieht der Leistungskatalog gesetzlichen Krankenversicherung vor?

Jüngst mussten die Richter des Bundessozialgerichts über eine Klage zur Übernahme der Kosten von Medikamenten zur Rauchentwöhnung entscheiden (Aktenzeichen B 1 KR 25/18 R). Eine gesetzlich Krankenversicherte leidet an COPD, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Sie hatte ihre Krankenkasse auf Versorgung mit dem Arzneimittel „Nicotinell“ verklagt. Allerdings haben Versicherte keinen Anspruch gegen ihre Krankenkasse, dass diese die Kosten übernehmen. Denn diese Mittel sind „verfassungskonform kraft Gesetzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen“, wie es im Urteil heißt. Mit dem Rauchen aufzuhören, kann man ebenfalls ohne medikamentöse Maßnahmen erreichen, so die Richter.

Viele Krankenkassen bieten individuelle Unterstützung auf dem Weg in ein Nichtraucherleben an. Das kann zum Beispiel ein Nichtrauchertraining sein oder auch das Angebot, sich mit Experten in einem Forum auszutauschen. Zudem bezuschussen viele Kassen spezielle Kurse oder Methoden zur Rauchentwöhnung.

Das alles leisten Hebammen bei Schwangerschaft und Entbindung

Seit vielen Jahrhunderten begleiten Frauen andere Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, mache Frauen haben dies zu ihrem Beruf gemacht und heißen Hebammen. Bei allen Fragen, Sorgen und Nöten standen und stehen Hebammen den werdenden Müttern zur Seite. Doch das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gravierend geändert.

Die Arbeit der Hebamme zählt zu den ältesten Berufen der Welt – und wurde 2016 von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Doch in der Mitte des 20. Jahrhunderts vollzog sich der „größte Wandel in der Geschichte der Geburtshilfe“, so der Deutsche Hebammenverband (DHV). Die Geburt verlagerte sich demnach zunehmend in die Krankenhäuser und die Hebammentätigkeit hat sich dadurch in nur wenigen Jahrzehnten gravierend verändert. Das zeigt sich beispielsweise an der Kaiserschnittrate, die weltweit, aber auch in Deutschland, seit Jahren steigt. Im Jahr 2017 kam hierzulande mittlerweile fast jedes dritte Baby per Operation zur Welt. 1991 waren es noch rund 15 Prozent – laut Weltgesundheitsorganisation liegt die optimale Kaiserschnittrate zwischen zehn und 15 Prozent.

Eine Geburtshelferin für fünf schwangere Frauen

Dass ein Kaiserschnitt gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind birgt, ist der Bundesregierung nicht verborgen geblieben. Der einstige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte, dass ein solcher Eingriff nur vorgenommen werden sollte, wenn er medizinisch notwendig sei. „Im Zentrum muss immer der Schutz von Mutter und Kind stehen“, so Gröhe 2017.

Doch laut Hebammenverband reduziert die Medizin Schwangerschaft und Geburt auf ein „organmedizinisch riskantes Lebensereignis“, das „korrigierend und intervenierend durch die Medizin begleitet werden müsse“. Die Hebamme betrachte dagegen die Geburt als „normales und physiologisches Ereignis“. Frauen brauchen während der Schwangerschaft und der Geburt demnach eher Ermutigung und liebevolle Bestätigung in „ihrer Fähigkeit, normal gebären zu können“.

Das ist in den Krankenhäusern jedoch kaum noch möglich, da vor allem dort ein Mangel bei Geburtshelfern besteht. Die Situation verschlechtert sich laut DHV in Deutschlands Kreißsälen weiter. Seit Jahren sei die Geburtshilfe unterfinanziert und der Personalmangel steige. Inzwischen betreuen Hebammen in den Kliniken dauerhaft bis zu fünf Gebärende gleichzeitig und damit mehr als doppelt so viele wie das bei Hebammen in anderen europäischen Ländern üblich ist.

Hebammen-Verband fordert mehr Personal

Der DHV setzt sich daher immer wieder für eine politische Lösung ein. Ein Geburtshilfestärkungsgesetz müsse her und eine Hebammen-Sonderstellungsprogramm soll für mehr Personal in den Kreißsälen sorgen.

Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des DHV:

„In der Geburtshilfe muss wieder der Mensch im Mittelpunkt sein. Frauen benötigen eine individuelle und zugewandte Betreuung rund um die Geburt. Hebammen brauchen bessere Arbeitsbedingungen. Wir fordern deshalb einen Wandel in der Geburtshilfe und entschiedene politische Maßnahmen“.

Die Hebammen können bereits eine Schwangerschaft feststellen und den Mutterpass ausstellen. Sie betreuen die werdenden Mütter und unterstützen den natürlichen Verlauf von Schwangerschaft und Geburt. Bis auf die Ultraschalluntersuchungen kann die Schwangere sich komplett bei der Hebamme untersuchen lassen. Dort wird das Gewicht kontrolliert und auch die Blut- und Urintests regelmäßig durchgeführt. Verläuft etwas nicht, wie es sollte, wird ein Arzt hinzugezogen.

Welche Kosten die Krankenkassen tragen

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt diese Betreuungskosten und auch diejenigen, die bei Beschwerden während der Schwangerschaft, wie Übelkeit, auftreten. Viele Hebammen besitzen dafür Zusatzqualifikationen wie Akupunktur . In solchen Fällen kann es sein, dass zusätzliche Kosten entstehen, die die Schwangere selbst übernehmen muss. Die Hebammen führen auch durch die Geburtsvorbereitungskurse, die von den Kassen bezahlt werden. Die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen beim Arzt werden ebenfalls von der Krankenkasse übernommen. Darüber hinaus gibt es dort diverse Zusatzleistungen, die in der Regel von der werdenden Mutter beziehungsweise den werdenden Eltern selbst gezahlt werden müssen.

Vorsorgeuntersuchungen , Behandlungen beim Arzt aufgrund der Schwangerschaft ebenso wie die Entbindung sind auch in der PKV im Versicherungsschutz enthalten. Sollte eine medizinische Behandlung des Kindes im Mutterleib notwendig sein, ist das im vertraglichen Umfang ebenfalls abgedeckt. Das Kind kann direkt nach der Geburt im Rahmen der Kindernachversicherung ohne Wartezeit und ohne Gesundheitsprüfung , ganz gleich, ob kerngesund oder mit schwersten Erkrankungen oder Behinderungen, privat krankenversichert werden.

Auch nach der Geburt hört die Betreuung der Hebammen nicht auf

Macht sich nun das Kind auf den Weg, das Licht der Welt zu erblicken, unterstützt die Hebamme die werdende Mutter. Sie greift in den Geburtsvorgang nur ein, wenn es medizinisch notwendig ist. Ein Arzt wird nur dann hinzugezogen, wenn ein Notfall besteht.

Hebamme muss anwesend sein:

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein muss. Sie darf die Geburt ohne Arzt durchführen. Ein Arzt dagegen darf das üblicherweise nicht ohne Hebamme.

In der Zeit nach der Geburt betreut die Hebamme Mutter und Kind zu Hause. Innerhalb von acht Wochen kann sie auf Kosten der Krankenkasse 16-mal mit Rat persönlich zur Seite stehen. Sie ist Ansprechpartnerin bei Unsicherheiten, beim Stillen und gesundheitlichen Problemen von Mutter und Kind. Auch Rückbildungskurse, die ebenfalls zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehören, können von der Mutter genutzt werden. Laut DHV zeigen Untersuchungen, dass eine gute Hebammenbetreuung zu weniger Frühgeburten, weniger medizinischen Eingriffen während der Geburt, zu kürzeren Krankenhausaufenthalten und zu längerem und häufigerem Stillen führen kann.

Digitale Hebammenberatung

In der Geburtshilfe hat ebenfalls die Technologie Einzug gehalten. So gibt es Start-ups, wie Call-a-Midwife (auf Deutsch: „Ruf die Hebamme“) oder Kinderheldin, die eine Beratung durch Hebammen per Chat oder Telefon anbieten. Auch die Handy-App „Onelife Health“ verspricht werdenden Eltern Unterstützung.

Daniela Erdmann, Hebamme in Köln und DHV-Beirätin, im Gespräch mit „Baby und Familie“:

„Der Hebammenberuf ist ein sehr haptischer Beruf. Ich untersuche die Frau oder das Baby mit den Händen und führe oft sehr persönliche Gespräche. Nur so kann ich eine Frau gut beraten“.

Bei den digitalen Angeboten gehe das eben nicht. Allerdings würden sie die Hebammen vor Ort auch nicht ersetzen wollen, so Call-a-Midwife-Gründerin und Hebamme Sabine Kroh gegenüber „Baby und Familie“. Vielmehr gehe es um die Antworten auf allgemeinere Fragen und zusätzliche Informationen, die vielleicht beim Arztbesuch offen geblieben seien.

Eltern per Leihmutterschaft - Was heißt das für die Kindernachversicherung in der PKV?

Eine Leihmutterschaft im Ausland ist für viele homosexuelle Paare oft die einzige Möglichkeit, sich den Wunsch vom eigenen Kind zu erfüllen. Allerdings ist dabei einiges zu beachten. So besteht für das Kind zum Beispiel kein automatischer Versicherungsschutz in der PKV des nicht biologischen Elternteils.

Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz (EschG) verboten. Strafbar machen sich jedoch nicht die „Bestelleltern“, sondern die Ärzte , die eine entsprechende Behandlung vornehmen. Der Kläger und sein gleichgeschlechtlicher Partner entschieden sich in diesem verhandelten Fall deshalb für die USA. Um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, wollten sie die Hilfe einer Leihmutter aus den USA in Anspruch nehmen.

Mit Erfolg: Nach einer Samenspende des Partners brachte die Frau ein gesundes Kind zur Welt. Doch als der Kläger den Nachwuchs in seiner PKV nachversichern wollte, stellte sich der Versicherer quer und lehnte dies ab. Mit Recht, wie der 8. Zivilsenat in Celle nun urteilte. Die Richter begründeten ihre Entscheidung vor allem damit, dass die beiden Väter zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes weder verheiratet waren noch in einer eingetragenen Partnerschaft lebten. Was bedeutet das konkret?

Elternschaft durch Leihmutterschaft muss „auf Dauer“ angelegt sein

Das Gericht erkannte zwar an, dass bei einer privaten Krankenversicherung grundsätzlich die Möglichkeit besteht, ein neugeborenes Kind in einen bereits existierenden Vertrag eines Elternteils einzubeziehen. Dieser Vertrag muss zum Zeitpunkt der Geburt bereits seit mindestens drei Monaten besteht. „In diesem Fall greift diese Regelung aber nicht”, so Gerichtssprecher Richter Dr. Rainer Derks. Die Begründung: „Weil der Versicherungsnehmer und der genetische Vater des Neugeborenen zum Zeitpunkt der Geburt weder verheiratet noch verpartnert gewesen waren.“

Was heißt das nun für gleichgeschlechtliche Paare in ähnlicher Situation?

Derks: „Sie sollten darauf achten, dass ihre Elternschaft auf Dauer angelegt und rechtlich etabliert ist. Sie also verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben.“
In dem Fall hätte auch der nicht biologische Vater das Kind in seine private Krankenversicherung einbeziehen können. Selbst wenn das deutsche Abstammungsrecht prinzipiell keine gleichgeschlechtliche Elternschaft kenne.

Richter: „Keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare“ (Urteil)

Die Elternschaft des gleichgeschlechtlichen Paares wurde kurz nach der Geburt durch ein amerikanisches Gericht (Superior Court of California) anerkannt. Trotzdem sah das deutsche Gericht dies als unerheblich an. Das habe, ebenso wie später die Eintragung der Elternschaft in die deutsche Geburtsurkunde des Kindes, keine Auswirkungen auf die versicherungsrechtliche Bewertung. „Hierbei handelt es sich lediglich um eine beurkundende Funktion“, so Richter Dr. Rainer Derks. „Es hat aber keine Prüfung der Dauerhaftigkeit und Stabilität der Partnerschaft stattgefunden. Genau das ist aber der entscheidende Punkt.“ Versicherungsrechtlich sei der Kläger deshalb auch kein Elternteil und könne keine Nachversicherung für das Kind seines Partners verlangen. Derks: „Mir ist es aber ganz wichtig zu betonen, dass das vorliegende Urteil keine Diskriminierung darstellt, sondern Folge der derzeitigen Gesetzeslage ist.“

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