Beamte auf Widerruf können sich seit dem 1. Januar 2019 in der privaten Krankenversicherung versichern, es gilt also eine Aufnahmegarantie in die PKV für Beamte in der Ausbildung. 16 private Krankenversicherer beteiligen sich an der Öffnungsaktion für diese Zielgruppe, wie der PKV-Verband mitteilt.

Die Aufnahmegarantie in der privaten Krankenversicherung gilt seit Jahresanfang nicht mehr nur für Beamtenanfänger sondern auch für Beamte auf Widerruf. Bei 16 privaten Krankenversicherern können damit Beamte in der Ausbildung eine private Krankenversicherung abschließen, berichtet der PKV-Verband. Das bedeutet eine Erweiterung der seit über zehn Jahren geltenden Regelung für Beamte.

Da die Tarife für Beamte einen Versicherungsschutz bieten, der auf die Leistungen der Beihilfe abgestimmt ist (sogenannte Beihilfetarife), schließen diese Angebote die Lücke der Beihilfe zur 100-prozentigen Absicherung und sind daher für die Staatsdiener besonders interessant. In der gesetzlichen Krankenversicherung müssen sie den gesamten Beitrag zur Krankenversicherung aus eigener Tasche leisten, während bei den Beihilfetarifen der Arbeitgeber einen Großteil übernimmt.

Beamtenanfänger können für sich und ihre Ehe- oder Lebenspartner und Kinder – so diese nicht der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen – im Rahmen der Öffnungsaktion, also der Aufnahmegarantie in die PKV für Beamte in der Ausbildung, innerhalb von sechs Monaten nach Begründung des Beamtenverhältnisses einen erleichterten Zugang zu einer privaten Krankenversicherung erhalten.

Vorerkrankungen und Risikozuschläge

Der PKV-Verband weist dabei daraufhin, dass der Zugang für Personen mit Vorerkrankungen interessant ist, die hohe Risikozuschläge erfordern würden, etwa bei Menschen mit Behinderungen. Denn im Rahmen der Öffnungsaktion bieten viele PKV-Unternehmen auch Beamten mit Behinderungen oder Vorerkrankungen innerhalb bestimmter Fristen eine Aufnahme an. Eventuell anfallende Risikozuschläge sind auf 30 Prozent begrenzt.

Für die Pflegeversicherung gilt ebenso eine Besonderheit. Denn bei Aufnahme in die Pflegeversicherung im Rahmen der Öffnungsaktion wird kein vom Gesundheitszustand abhängiger Risikozuschlag erhoben.

Darüber hinaus gilt im Fall eines behinderten Kindes für alle Privatversicherten der Rechtsanspruch der Kindernachversicherung nach Paragraf 198 Absatz 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Demzufolge ist der Versicherer verpflichtet, ein neugeborenes Kind ab Vollendung der Geburt ohne Risikozuschläge und Wartezeiten zu versichern. Für mindestens einen Elternteil muss am Tag der Geburt eine PKV bestehen. Die Anmeldung zur Versicherung muss spätestens zwei Monate nach dem Tag der Geburt rückwirkend erfolgen.

Bedingungen für eine Aufnahme im Rahmen der Öffnungsaktion sind laut PKV-Verband:

  • Anspruch auf Aufnahme in normale beihilfekonforme Krankheitskostentarife
  • kein Aufnahmehöchstalter
  • keine Leistungsausschlüsse
  • Begrenzung eventueller Risikozuschläge auf höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrages

Nicht alle Versicherer nehmen an der Aufnahmegarantie in die PKV für Beamte in der Ausbildung teil

Es nehmen jedoch nicht alle privaten Krankenversicherer an dieser Aktion teil. Wer sich an der Aufnahmegarantie in die PKV für Beamte in der Ausbildung beteiligt, hat der PKV-Verband in einer Übersicht mit dem Titel „Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige“ zusammengetragen.

Für Beamte auf Wider­ruf, die im Rahmen der Öffnungsaktion in die private Krankenversicherung wechseln wollen, gilt, dass sie den entsprechenden Antrag bei einem Versicherer innerhalb von sechs Monaten nach ihrer erstmaligen Verbeamtung stellen müssen. Begann das Beamtenverhältnis zum Beispiel zum 1. Oktober 2018 kann eine Aufnahme in die PKV bis zum 31. März beantragt werden.

Weitere Informationen zu den Öffnungsaktionen und zu den Versicherern, die sich beteiligen, gibt es beim PKV-Verband.

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