Pflege-Roboter Pepper hilft bei Altenpflege

Pflege-Roboter Pepper – heute Gesellschaft leisten, morgen Haare kämmen?

Der Pflege-Roboter Pepper kann sprechen, tanzen und Witze reißen: In einer unterfränkischen Senioreneinrichtung wurde jetzt der Einsatz eines Pflege-Roboters getestet. Er soll das Pflegepersonal nicht ersetzen, sondern entlasten. Sieht so die Zukunft der Pflege aus?

Pepper, so der Name des Pflege-Roboters, ist nur knapp 1,20 m groß, fährt auf Rollen und verfügt über Sensoren am Kopf und an den Fingern. Er kann hören, sprechen und erkennt anhand der Mimik oder Gestik seines Gegenübers dessen Gefühlslage. Pepper ist nicht dafür konzipiert, Pflegearbeiten wie Waschen oder Haare kämmen zu übernehmen. Er hat vielmehr die Aufgabe eines rollenden Animateurs.

In seiner Optik bedient Pepper das Kindchenschema mit großen Augen, die zudem in verschiedenen Farben leuchten können. Er soll so positive Gefühle im Umgang mit Menschen wecken. Pepper kann auf Fragen antworten, Witze erzählen, Musik abspielen und vieles mehr. Er soll älteren Menschen Gesellschaft leisten, mit ihnen Rätsel lösen oder sie zum Beispiel zum Tanzen motivieren, wenn die menschlichen Mitarbeiter in der Pflege dafür keine Zeit haben. Seine Erfinder arbeiten daran, dass er in Altenheimen die Bewohner außerdem daran erinnern können soll, dass sie regelmäßig trinken und ihre Medikamente einnehmen. Gefördert wird das Projekt vom bayerischen Gesundheitsministerium.

Sind Pflege-Roboter  die Zukunft?

Der Pflege-Roboter ist seit 2014 auf dem Markt und wurde in Frankreich und Japan entwickelt. Auf seinen Einsatz in Deutschland vorbereitet wurde Pepper von Wissenschaftlern der Universität Siegen.
Für die private Krankenversicherung gehören Innovationen wie Pepper ins Gesundheitssystem. Darum begrüßte der kleine Roboter auch die Gäste der diesjährigen Jahrestagung des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Nils Lahmann von der Charité Berlin sprach darüber, dass „technische Optionen“ wie Sensoren oder eben auch Pflege-Roboter künftig immer besser in der Lage sein werden, Pflege- und Behandlungsprozesse zu unterstützen. Das gelte sowohl für die Assistenz der Pflegekräfte als auch für die Wahrnehmung sozialer Funktionen gegenüber Pflegebedürftigen. Den Mehrbedarf an Pflege und damit das wachsende Finanzierungsproblem würden sie jedoch wahrscheinlich nicht kompensieren können.

83% können sich Pepper zu Hause vorstellen

Grundsätzlich stehen die Deutschen der neuen Technik aufgeschlossen gegenüber. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF) können sich immerhin 83 Prozent der Bundesbürger den Einsatz eines Service-Roboters zu Hause vorstellen. Drei Viertel der Befragten sind zudem überzeugt davon, dass Roboter künftig eine immer wichtigere Rolle in ihrem Alltag einnehmen werden. Und dass man daran forscht, damit uns die technischen Helfer in Haushalt, Pflege und Gesundheit unterstützen können, halten 80 Prozent für wichtig oder sehr wichtig.

Kritische Stimmen warnen allerdings auch mit Blick auf die Altenpflege vor einer permanenten Überwachung der Senioren durch Roboter. Zudem sei nicht geklärt, wie man mit Fehlern umgehen solle, die  Roboter verursachen. Denn im Gegensatz zu den bisherigen Robotern, die etwa in der Automation seit Jahrzehnten eingesetzt werden, müssen sich Pflege-Roboter permanent auf neue Menschen mit ihren komplexen Emotionen und Bedürfnissen einstellen. Ferner müsse man klären, was mit den zahlreichen Daten, die die technischen Helferlein erheben, geschehe. Damit komme dem Datenschutz eine wichtige Rolle zu.

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