Grippeimpfung: Was bringt sie, wie läuft sie ab, wer bezahlt sie?

Grippeschutz in der Corona-Pandemie

Die Temperaturen fallen, die Corona-Fallzahlen steigen. Als würde das nicht reichen, kommt zur Corona-Pandemie im Herbst eine weitere Gesundheitsgefahr hinzu: die Grippe. Doch hat jeder Krankenversicherte Anrecht auf die Kostenübernahme der Grippeimpfung? Wem steht der Grippeimpfstoff zu? Wer gehört zur Risikogruppe? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

In diesem Jahr scheint die Grippeimpfung wichtiger denn je zu sein. Auch wenn der kostenlose Grippeschutz für alle schon allein durch Lieferengpässe nicht umsetzbar ist, wäre er aus Expertensicht die beste Lösung. Auch um zu verhindern, dass schwere Grippefälle zusammen mit der zweiten Corona-Welle die Krankenhäuser im Winter in die Knie zwingen.

Alte und Vorerkrankte: Wer gehört zur Risikogruppe?

Ärzte, Politiker sowie die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfehlen zunächst bestimmten Risikogruppen, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Denn die Personengruppen, die sowohl bei der Grippe als auch bei einer Covid-19-Erkrankung ein hohes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs tragen, sind nahezu identisch. Sie sollten nach Möglichkeit versuchen, sich keinem doppelten Risiko auszusetzen und sich noch vor der nahenden Grippewelle eine Grippeimpfung zu holen.

Dazu gehören:

  • Chronisch kranke Menschen (z.B. mit Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen),
  • Personen mit Diabetes, Multiple Sklerose, angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei HIV/Aids)
  • Schwangere Frauen ab der 14. Woche
  • Bewohner und Angestellte von Senioren- oder Pflegeheimen
  • Generell Menschen, die über 60 Jahre alt sind
  • Ärzte und medizinisches Personal
  • Personen, die mit erkrankten oder alten Personen zusammenleben oder diese betreuen, z.B. Angehörige und Pflegekräfte
  • Personen, die in Einrichtungen mit hohem Publikumsaufkommen arbeiten

Reicht der Grippeimpfstoff für alle?

Bundesweit gibt es für gut 80 Millionen Einwohner aktuell 26 Millionen Impfeinheiten. Davon wurden bereits 19 Millionen Dosen an Ärzte und Apotheken geliefert. Wer eine Grippeimpfung möchte, sollte daher vorab mit seinem Arzt einen Termin ausmachen und klären, ob der Impfstoff noch vorrätig ist – oder wann er es wieder sein wird. In Anbetracht der Tatsache, dass insbesondre Risikogruppen geschützt werden müssen, sollten jüngere und gesunde Personen vorerst auf ihre Grippeschutzimpfung verzichten.

Wer übernimmt die Kosten für die Grippeimpfung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten generell für Risikogruppen. Je nach Leistungsspektrum zahlen viele Krankenkassen auch für Krankenversicherte, die nicht alt, schwanger oder vorerkrankt sind. Ob die Krankenkasse die Kosten für die Grippeimpfung übernimmt, erfahren Krankenversicherte entweder beim Hausarzt oder direkt bei der Krankenkasse. Teilweise müssen sie zunächst in Vorkasse treten und bekommen die Kosten von der Krankenversicherung zurückerstattet. Für Selbstzahler liegt der Kostenpunkt bei etwa 45 Euro.

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