Beitragserhöhungen bei den Krankenkassen 2021

Krankenversicherte müssen ab 2021 mehr zahlen

Die Beiträge zur Krankenversicherung sind gestiegen, es gibt Beitragserhöhungen. Viele Krankenkassen heben ihre Zusatzbeiträge an. Bei den privaten Versicherern werden einzelne Tarifbausteine teils erheblich teurer. Ein Überblick.

Die Pandemie wirkt sich auch auf die Krankenversicherungsbeiträge aus. Durch den von Corona verursachten Konjunktureinbruch und Mehrausgaben für medizinische Behandlungen droht den Krankenkassen 2021 ein Defizit von bis zu 17 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag lässt sich nicht mehr allein mit Rücklagen ausgleichen. Folglich müssen sich die GKV-Versicherten von Januar an auf Beitragserhöhungen einstellen.

Zusatzbeitrag der gesetzlichen Kassen steigt deutlich

Der Beitrag der gesetzlichen Krankenkassen, über die rund 90 Prozent der Bundesbürger versichert sind, setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz und einem Zusatzbeitrag zusammen. Die Untergrenze für den allgemeinen Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens und bleibt im neuen Jahr konstant.

Änderungen gibt es jedoch beim einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag. Über seine Höhe kann jede Krankenkasse grundsätzlich selbst entscheiden. Als Richtschnur gilt allerdings der vom Bundesgesundheitsministerium festgesetzte durchschnittliche Zusatzbeitrag. Er steigt im nächsten Jahr von 1,1 auf 1,3 Prozent – eine Erhöhung um knapp ein Fünftel.

Beiträge steigen 2021 auch bei der PKV

Eine Reihe von gesetzlichen Krankenkassen haben bereits angekündigt, ihren Zusatzbeitrag entsprechend zu erhöhen. Einige Versicherer werden jedoch auch 2021 unter dem Richtwert von 1,3 Prozent bleiben. Dazu zählen beispielsweise mehrere Betriebskrankenkassen.

Weitere gute Nachricht für Arbeitnehmer:

Sie müssen die bevorstehende Erhöhung des Zusatzbeitrags nicht allein tragen. Der Arbeitgeber beteiligt sich jeweils zur Hälfte am allgemeinen Beitragssatz sowie auch am Zusatzbeitrag.

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung (PKV) entwickeln sich ähnlich wie bei den gesetzlichen Versicherern. Auch hier stehen im nächsten Jahr Beitragserhöhungen an. Die privaten Krankenversicherer dürfen ihre Beiträge laut Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) dabei nur anpassen, wenn die erwarteten und einkalkulierten Versicherungsleistungen um mehr als 10 Prozent voneinander abweichen – etwa durch höhere Kosten aufgrund des medizinischen Fortschritts. Und/oder wenn sich die realen und kalkulierten Sterbewahrscheinlichkeiten um mehr als 5 Prozent unterscheiden.

Private Krankenversicherung wird im Schnitt rund 8 Prozent teurer

Wird die Schwelle überschritten, müssen die Anbieter die Prämien neu berechnen und dabei auch alle anderen Faktoren einbeziehen, die den Beitrag beeinflussen – also Zinsen, medizinische Inflation, Preisinflation und Storno-Entwicklung. Und gerade die niedrigen Zinsen führen jetzt zu deutlichen Erhöhungen.

So steigt er bei Deutschlands größter privater Krankenversicherung, der Debeka, je nach Tarif um bis zu 19 Prozent. Im Durchschnitt zahlen Debeka-Versicherte 17,6 Prozent mehr. Auch DKV, Allianz und Barmenia haben bereits Beitragserhöhungen für 2021 angekündigt. Insgesamt rechnet das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) über alle PKV-Anbieter hinweg für das nächste Jahr mit einer durchschnittlichen Prämienerhöhung um 8,1 Prozent.

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