Warum eine Auslandsreisekrankenversicherung so wichtig bleibt

Auch wenn Reisen aktuell nicht mehr den Stellenwert haben wie vor der Corona-Pandemie – eine Auslandsreisekrankenversicherung gilt nach wie vor als der wichtigste Bestandteil des Reisegepäcks überhaupt und sollte deshalb auch in der derzeitigen Corona-Pandemie nicht gekündigt werden. Denn die Kosten für eine medizinische Behandlung im Ausland werden immer noch häufig unterschätzt. Mehr über dieses Thema erfahren Sie hier mehr.

Schwerer Sonnenbrand, Erkältung, Durchfall, Allergien und Hautverletzungen – diese Symptome gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arzt- oder Krankenhausbesuch während eines Auslandsurlaubs. Bei einer von TNS Infratest durchgeführten Umfrage gab jeder fünfte Befragte an, schon mindestens einmal im Urlaub krank gewesen zu sein oder einen Unfall erlitten zu haben.
Hier stellt sich die Frage, ob zur Abdeckung noch die gesetzliche Krankenversicherung aus dem Heimatland reicht oder ob für eine Urlaubsreise eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden sollte.

Die Antwort:

Letzteres ist unbedingt zu empfehlen. Eine Reisekrankenversicherung empfiehlt sich in jedem Fall – kann sie doch helfen, im Ernstfall immense Kosten aufzufangen.

Ein Arzt- oder Klinikbesuch im Ausland kann nämlich schnell astronomische Höhen erreichen und das Urlaubsbudget ohne Weiteres sprengen. Allein ein einziger Krankenhaustag in den USA kostet mehrere Tausend Euro, ein medizinischer Rücktransport aus Griechenland schnell bis 15.000 Euro oder mehr.

Welche Kosten deckt die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland ab?

Auch wenn die gesetzliche Krankenversicherung in vielen anderen Ländern gilt und somit nicht nur in Deutschland Schutz vor hohen Behandlungskosten bietet, sollte man vor der Reise klären, wann die Kasse genau leistet – und wann eben nicht. Ansonsten kann es im Ernstfall bei Arzt- und Behandlungskosten zu bösen Überraschungen kommen. Ein medizinisch notwendiger Rücktransport wird etwa nur von einer privaten Reisekrankenversicherung übernommen.

In der Regel gilt:

Behandlungen im Ausland sind Privat-Leistungen. Wer im Urlaub zum Arzt oder ins Krankenhaus muss, bekommt dafür oft eine privatärztliche Rechnung. Das gilt selbstverständlich auch für Medikamente. Ohne eine Reisekrankenversicherung sollte deshalb auch innerhalb der Europäischen Union keine Urlaubsreise angetreten werden. Für alle Reisen in Länder ohne Abkommen mit Deutschland erst recht nicht.

Anspruch auf Behandlung, aber nicht auf Übernahme der Kosten

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card, kurz EHIC), können gesetzlich Krankenversicherte europaweit medizinische Leistungen erhalten. Diese gilt in allen Ländern der EU sowie einigen weiteren europäischen Staaten. Die Karte muss man nicht beantragen, sie ist automatisch auf der Rückseite jeder Krankenversichertenkarte von gesetzlich Versicherten aufgedruckt. Im Krankenfall deckt die EHIC die Kosten für Behandlungen ab, die medizinisch sofort erforderlich sind – wie eine Notfall-Behandlung beim Zahnarzt . Ebenso gehören Arzneimittel dazu, die zwingend für den Patienten erforderlich sind. Selbst ein Aufenthalt in einem Krankenhaus wird bezahlt, wenn die erbrachte Leistung aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten dringend notwendig ist – wie nach einem Herzinfarkt oder einem akuten Blinddarmleiden.

Gut versichert für wenig Geld mit einer Auslandsreisekrankenversicherung

Für eine Jahresprämie, die oft unter 10 Euro liegt, bieten die meisten Krankenkassen – in der Regel zusammen mit einem Partner – ihren Versicherten bei Bedarf eine Auslandkrankenversicherung an. Auch für Familien gibt es häufig spezielle Angebote. Die Kosten dafür liegen zwischen 15 bis 30 Euro.
Ein Großteil solcher Reisekrankenversicherungen werden zwar als Jahrespolice bezeichnet, sie gelten im Schnitt aber nur an 56 Urlaubstagen im Jahr. Man kann sie zwar beliebig oft für Reisen nutzen, diese dürfen aber nicht beliebig lange dauern und sind häufig bei rund 42 Tagen am Stück gedeckelt. Umgerechnet kostet eine Reiseversicherung für bis zu sechs Wochen nicht mehr als 60 Cent pro Person und Tag.

Wer eine private Reisekrankenversicherung abschließt, sollte aber nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen achten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen übernehmen etwa den Rücktransport schon dann, wenn die Behandlung in einem Krankenhaus im Ausland voraussichtlich mehr als 14 Tage dauert. Hat allerdings das Auswärtige Amt eine klare Reisewarnung für das Urlaubsland ausgesprochen, verfällt der Schutz.

Auch wenn ein Urlauber beispielsweise an einer chronischen Krankheit leidet, gegen die er sich im Urlaubsland behandeln lassen muss, kann die Versicherung später die Zahlung verweigern. Vor Abreise sollten sich chronisch Kranke daher zur Sicherheit eine Unbedenklichkeitserklärung vom behandelnden Arzt geben lassen. Manche Gesellschaften zahlen auch nicht, wenn Unfälle im Ausland etwa bei Wettkämpfen oder Vereinssport passieren.

Reisekrankenversicherung: Inklusivleistungen, die mitversichert sein sollten

Der Rücktransport gehört zu den wichtigsten Punkten auf der Leistungsliste einer Auslandsreisekrankenversicherung. Dabei sollten die Kosten bereits für einen medizinisch sinnvollen und nicht erst bei einem medizinisch notwendigen Rücktransport übernommen werden.

Weitere Leistungen, die eine Reisekrankenversicherung abdecken sollte, sind:

  • Ambulante und stationäre Heilbehandlungen:
    Die Kosten für eine medizinisch notwendige Heilbehandlung im Ausland, die aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls im Urlaubsland entstehen, sollten von der Auslandsreisekrankenversicherung übernommen werden.
  • Zahnbehandlungen:
    Wer wegen akuter Beschwerden im Ausland zum Zahnarzt muss, sollte sich darauf verlassen können, dass seine Reisekrankenversicherung die Kosten dafür übernimmt.
  • Such-, Rettungs- und Bergungskosten:
    Wird aufgrund eines Unfalls im Ausland eine Suche, Rettung oder Bergung ausgelöst, sollte die Auslandsreisekrankenversicherung die Kosten dafür übernehmen.

Bestehende Verträge prüfen

Wird für eine Reisekrankenversicherung ein bereits seit langer Zeit bestehender Vertrag genutzt, kann es sein, dass die oder der Versicherte nicht mehr den optimalen Schutz erhält. Denn oft verbessern die Anbieter ihre Bedingungen über die Jahre deutlich. Es gilt daher vor Reiseantritt einen Altvertrag auf Lücken zu prüfen und gegebenenfalls eine neue Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Nutzer einer Kreditkarte oder Mitglieder eines Autoclubs bekommen teils schon über ihren Anbieter eine Auslandsreisekrankenversicherung. Allerdings bieten solche Zusatzverträge nicht den besten Schutz. Es lohnt sich also die Versicherungsbedingungen abzugleichen. Lassen sich etwa deutliche Lücken bei der Versicherung ausmachen, sollte man zusätzlich ein umfangreicheres Angebot abschließen. So eine Doppelversicherung muss man im Schadensfall allerdings bei den Versicherern melden.

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