Narben loswerden – Behandlungsmöglichkeiten in der Übersicht

Narbenkorrektur – Was die Krankenversicherer zahlen

Akne und Neurodermitis hinterlassen ihre Spuren. Ebenso wie Verbrennungen, Operationen und Unfälle. Narben loswerden, ist allerdings gar nicht so einfach. Und wer sich für eine Narbenkorrektur entscheidet, sollte die Kostenübernahme vorab prüfen. Krankenversicherer kommen dafür nur bedingt auf.

Um Wunden zu schließen, produziert unser Körper innerhalb kürzester Zeit Ersatzgewebe. Nach der vollständigen Abheilung bleibt aber etwas zurück: Mehr oder weniger gut sichtbar entstehen Narben – verdickt (hypertroph), eingesunken (atroph) oder wuchernd (Keloid). Glücklicherweise gibt es heute einige Verfahren, um das Hautbild wieder zu verbessern und Begleiterscheinungen wie Schmerzen und Jucken abzumildern. Komplett verschwinden Narben aber meist auch nach einer Narbenkorrektur nicht.

Wie und wo kann man Narben loswerden?

Je nach Art und Tiefe der Narbe gibt es einige effektive Methoden, um das Aussehen zu verbessern und Begleiterscheinungen wie Jucken oder Schmerzen zu verringern. Zwischen 30 und 50 Prozent Volumenreduktion und 50 Prozent Symptomreduktion sind mit den meisten Verfahren auch ohne großes Risiko möglich. In der Regel finden die Eingriffe ambulant beim Hautarzt statt. Manche Methoden erfolgen auch unter Vollnarkose durch einen plastischen Chirurgen.

Narben loswerden, Behandlungen:

  • Lasertherapie
    Bei Akne- und Operationsnarben ist die etwas zeitaufwändige Lasertherapie ein probates Mittel. Hierbei optimieren Dermatologen das Narbengewebe mit gezielten Verletzungen mittels Laser, ohne angrenzende Hautareale zu schädigen. Die dafür nötigen Behandlungstermine erfolgen in der dermatologischen Praxis.
  • Cortisonbehandlung
    Cortison hemmt bekanntermaßen Entzündungen und stoppt das Zellwachstum. Bei wulstigen Narben und bei Keloiden injiziert der Dermatologe Cortison direkt in das Narbengewebe.
  • Microneedling
    Bis zu tausendmal in der Minute pieksen beim Microneedling hauchdünne Nadeln in das Narbengewebe, um die Bildung von Kollagen und Elastin anzuregen. Anwendung findet Microneedling vor allem bei glatten oder eingesunkenen Narben.
  • Der Narbenabschliff
    Bei der sogenannten Dermabrasion – dem rotierenden Abschleifen des Narbengewebes – trägt der Facharzt wulstige Narben und den Rand von Aknenarben ab. Da diese Methode der Narbenkorrektur schmerzhaft ist, erfolgt sie normalerweise unter Vollnarkose.
  • Hautverpflanzung
    Bei großflächigen Narben bietet sich zuweilen auch eine Hautverpflanzung an. Dabei wird Fettgewebe einer versteckten Körperstelle entnommen und auf das Narbengewebe genäht. Der Nachteil: Neue Narben.
  • Herausschneiden
    Eine weitere Variante ist es, große Narben herauszuschneiden und neu zu vernähen. Sowohl die Hautverpflanzung wie auch das Herausschneiden von Narben erfolgen unter Vollnarkose.

Wer trägt die Kosten für eine Narbenkorrektur? Krankenkassen tun sich schwer

Patienten sollten sich immer im Vorfeld beraten lassen, welches Verfahren für das eigene Hautbild und die Art der Narbe das richtige ist. Kompetente Ansprechpartner hierfür sind in der Regel auf Narbenkorrektur spezialisierte Dermatologen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kostenübernahme durch den Krankenversicherer. Narben loswerden kann schnell ins Geld gehen, so Jochen Sunken von der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer sich dafür entscheidet, sollte nach Möglichkeit vorab klären, wer die Kosten trägt. Krankenkassen tun sich schwer, die Grenzen zwischen nicht erstattbaren rein kosmetischen Eingriffen und solchen aufgrund von psychischen oder körperlich belastenden Faktoren zu unterscheiden. Und auch in diesen Fällen zahlt die GKV eine Narbenkorrektur nicht immer.

Wann die Finanzierung zum Problem wird:

„Die Entfernung von Narben allein aus ästhetischen Gründen ist grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung“, erläutert Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband in Berlin. „Eine Rolle spielt dabei, ob die Narbe sichtbar ist – zum Beispiel im Gesicht – oder ob die Narbe generell durch Kleidung verdeckt ist“, ergänzt Verbraucherschützer Sunken. Aber auch die Kosten einer Gesichtsnarbe tragen Krankenkassen nur, wenn sie entstellend wirkt. An anderen Körperstellen, etwa über Gelenken, muss sie funktionsbehindernd sein.

Anders Bei Kindern: Hier kann zum Beispiel eine Narbe nach Verbrühung auch erstattungspflichtig sein, ohne dass eine Funktionsstörung vorliegt. Da psychosoziale Konflikte als Faktor in die Entscheidung für oder gegen eine Kostenübernahme mit einfließen.

Private Krankenversicher übernehmen Kosten in begründeten Fällen

Bereitwilliger kommen die privaten Krankenversicherer in medizinisch begründeten Fällen für die Narbenbehandlung auf. Entscheidend für die Kostenübernahme ist allein die Diagnose des Arztes, der die medizinische Notwendigkeit eines Eingriffs bescheinigt. Bei Behandlungen rein kosmetischen Charakters dreht aber auch die PKV den Geldhahn zu. Je nach Operateur gehört dazu auch die Narbenbehandlung aufgrund schiefgelaufener Schönheits-OPs – etwa nach einer günstig im Ausland vorgenommenen Brust-OP.

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