Was hilft wirklich gegen Heuschnupfen?

So bekommen Sie die Pollenallergie in den Griff

Die Nase kribbelt, Augen und Rachen jucken. Mit Pech haben Heuschnupfen-Geplagte schon im Januar mit ersten Frühblühern zu kämpfen. Schluss mit der Pollensaison ist erst im Oktober. Das ist vor allem eines: lästig. Die Allergie aber als harmlos abzutun, ist falsch. Wer nichts unternimmt, riskiert allergisches Asthma.

Das Frühjahr hat es in vielerlei Hinsicht in sich. Viele Allergiker können nicht einmal das schöne Wetter genießen. Je länger die warmen und trockenen Perioden andauern, umso stärker der Pollenflug. Dass der Sommer gerade durchwachsener ausfällt, dürfte daher Pollenallergiker freuen – und das sind hierzulande nicht gerade wenige.

Heuschnupfen – eine Volkskrankheit

Laut neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts leiden in Deutschland aktuell 9 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter den Auswirkungen von Pollen. Hinzu kommen von den 30 Prozent der Erwachsenen, die im Laufe ihres Lebens eine Allergie entwickeln, ebenfalls 15 Prozent, die speziell auf Pollen reagieren. Heuschnupfen ist damit eine Volkskrankheit, die viele fast das ganze Jahr hindurch beschäftigt.

Mit dem Pollenflug der sogenannten Frühblüher wie Erle und Hasel setzen für viele Pollenallergiker die ersten Symptome schon im zeitigen Frühjahr ein. Den Schlussstrich machen im Herbst Unkräuter wie Wegerich und Beifuß. Und den Sommer über sorgen vor allem Gräser für tränende Augen und Niesanfälle, für Bindehautentzündungen, verstopfte Nasen. Und damit einhergehend oft für schlaflose Nächte. Die meisten Pollenallergiker ertragen diese körperlichen Symptome und Abgeschlagenheit mehr oder weniger still oder behelfen sich mit Mitteln aus der Apotheke.

Aus fachlicher Sicht ist das ein Fehler. Bleibt die Allergie unbehandelt, kann sie auf die unteren Atemwege schlagen. Man spricht hier von einem Etagenwechsel beziehungsweise vom allergischen Marsch bis hin zum allergischen Asthma. Allein mit Nasentropfen oder Antihistaminika in Form von Tabletten ist die Allergie nicht zu stoppen. Stattdessen sollten Pollenallergiker sich von einem Facharzt beraten lassen, welche Behandlungsoptionen möglich sind.

Heuschnupfen behandeln

Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Pollen „vermeiden“

Der theoretisch einfachste Weg, Heuschnupfen-Symptomen vorzubeugen, ist die Karenz. Im Klartext hieße das für Pollenallergiker allerdings, einen Großteil des Jahres im Haus bei geschlossenen Fenstern zu verbringen. Denn Pollen windbestäubter Bäume und Gräser verteilen sich nahezu überall und sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Pollen-Kalender und Pollen-Apps können aber dabei helfen, Aktivitäten an der frischen Luft besser zu planen. Beispielsweise kann man damit die Joggingrunde auf Zeiten mit niedrigerem Pollenaufkommen verschieben. In der Stadt fliegen in den frühen Morgenstunden weniger Pollen, auf dem Land ist der Pollenflug abends erträglicher.

Bewährt hat sich außerdem, die Pollen nicht mit ins Haus beziehungsweise ins Schlafzimmer zu lassen: Wäsche sollte beispielsweise bei starkem Pollenflug nicht draußen trocknen. Pollenallergiker, die ihre Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ausziehen und Pollen aus den Haaren waschen, reduzieren ebenfalls nächtliche Allergie-Attacken.

  • Auf Medikamente zurückgreifen

Wer akute Allergiesymptome schnell und gezielt behandeln möchte, kann mit rezeptfrei erhältlichen Mitteln aus der Apotheke Abhilfe schaffen. Nasensprays und Augentropfen sowie Tabletten mit Antihistaminika und Glukokortikoiden gehören zu den wirkungsvollen Mitteln bei Heuschnupfen. Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Kopfschmerzen konnten die Hersteller in den vergangenen Jahren reduzieren. Der Nachteil: Antihistaminika unterdrücken nur die Symptome. Die Allergie an sich bleibt bestehen und entwickelt sich unter Umständen weiter.

  • Hyposensibilisierung

Die dritte und aus fachlicher Sicht nachhaltigere Behandlungsform ist eine Hyposensibilisierung – die sogenannte Allergie-Impfung . Bisher ist dies die einzige Therapiemöglichkeit, die dem allergischen Marsch hin zu allergischem Asthma nachweisbar entgegenwirken kann. Hierbei gewöhnt sich das Immunsystem in kleinen, ansteigenden Dosen an die „zu bekämpfenden“ Fremdstoffe. Verabreicht werden diese wahlweise durch regelmäßige Injektionen in einer allergologischen Praxis oder zu Hause in Form von Tabletten oder Tropfen. Allerdings benötigen Patienten hierbei Geduld: Die Behandlungsdauer der Hyposensibilisierung erstreckt sich über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Und bis sie ihre volle Wirkung erzielt, dauert es mindestens zwei bis drei Jahre. Danach haben Allergiker in der Regel für mehrere Jahre Ruhe – manchmal sogar für immer.

Wer übernimmt die Kosten für die Heuschnupfen-Behandlung?

Die Kosten für Allergietests und die ursächliche Allergiebehandlung in Form einer Hyposensibilisierung übernehmen sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherer. Außerdem übernimmt so gut wie jede private Krankenkasse anteilig Kosten für Heilpraktiker und alternative Behandlungsmethoden, wie etwa Akupunktur . Grundlage hierfür ist die Gebührenordnung für Heilpraktiker und das Hufelandverzeichnis. Frei verkäufliche Antihistaminika zur Symptombehandlung müssen Allergiker in der Regel selbst zahlen.

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