Familienversicherung in der GKV und PKV

Familienversicherung in der GKV und PKV: Diese Möglichkeiten gibt esBei der Familienplanung spielt u.a. die Krankenversicherung eine wichtige Rolle. Die Frage ist, wie hoch die Beiträge für Kinder und Ehepartner ausfallen und welche Krankenversicherung die richtige ist. Hier erfahren Sie, wie die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) geregelt ist.

Beitragsfreie Familienversicherung des Ehepartners in der GKV

Nach einer Heirat kann Ihre bessere Hälfte von einer beitragsfreien Mitversicherung in der GKV als so genannte Familienversicherung profitieren. Ist nur einer berufstätig und gesetzlich krankenversichert, kann der Partner in der GKV des Berufstätigen kostenlos mitversichert werden.

Beitragsfreie Familienversicherung – Voraussetzungen:

Der Ehepartner ist beruflich nicht selbstständig und hat kein regelmäßiges Einkommen (auch durch z.B. Mieteinnahmen) von mehr als 450 Euro monatlich. Die Verdienstgrenze für eine kostenlose Mitversicherung des Ehepartners liegt derzeit bei 450 Euro im Monat (Minijob-Einkommensgrenze).

Private Familienversicherung: Welche Möglichkeiten bietet die PKV?

Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung. Stattdessen muss hier für jeden Versicherten ein eigener Beitrag gezahlt werden. Arbeitet beispielsweise nur ein Elternteil und kümmert sich der andere zu Hause um die Erziehung des Kindes bzw. der Kinder, müssen in der PKV für alle Familienmitglieder Beiträge gezahlt werden. Dafür bietet die PKV andere überzeugende Vorteile.

Nur in der PKV: Individueller Schutz für jedes Familienmitglied

In der PKV ist es möglich, für jedes Familienmitglied die Krankenversicherung abzuschließen, die genau auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten ist. So können beide Ehepartner unterschiedliche Leistungen wählen.

Ein Beispiel:
Ein Partner entscheidet sich für einen Tarif, der besonders hohe Erstattungen für alternative Behandlungsmethoden (z.B. Heilpraktiker) vorsieht, während der andere Ehepartner in seinem Tarif eher Wert auf die bewährten Mediziner (z.B. Chefarzt, Koryphäen-Behandlung) legt.

Die PKV ist für ein Kind vergleichsweise günstig, da in den Kindertarifen noch keine Alterungsrückstellungen aufgebaut werden. Solche Kindertarife gelten meist bis zu einem Alter von 20 Jahren. Nach Erreichen des 20. Lebensjahres kann dann entweder ein vergünstigter Ausbildungstarif oder ein Erwachsenenbeitrag ausgewählt werden.

Kindernachversicherung für Neugeborene

Eltern können ihr neugeborenes Kind zu vereinfachten Aufnahmebedingungen bei ihrer privaten Krankenversicherung versichern. Das bedeutet:
Eine normalerweise übliche Gesundheitsprüfung entfällt und das Neugeborene wird selbst bei schweren Vorerkrankungen oder Behinderungen von der PKV versichert – ohne die ansonsten möglichen Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge.

Gut zu wissen:
Um diese vereinfachten Aufnahmebedingungen zu nutzen, müssen Sie innerhalb von zwei Monaten ab Geburt einen Antrag auf Kindernachversicherung bei Ihrer PKV stellen.

Privat familienversichert: Studenten und Auszubildende

Auszubildende erhalten in der Regel eine Ausbildungsvergütung und sind sozialversicherungspflichtig angestellt. Damit sind sie von Gesetzes wegen versicherungspflichtig und dürfen keine private Krankenversicherung abschließen. Studenten hingegen haben die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen und privat zu versichern. Allerdings nur zu Studienbeginn. Ansonsten sind auch sie in der GKV versicherungspflichtig.

Private Krankenversicherer bieten im Rahmen der Familienversicherung für Studenten spezielle und besonders günstige Ausbildungstarife an. Diese sind bis zu einem bestimmten Höchstalter (meist 34 Lebensjahre) versicherbar und bilden keine Alterungsrückstellungen. Ein Student kann dann selbst bestimmen, welche Leistungen sein Krankenversicherungsschutz beinhalten soll – z.B. die Koryphäen-Behandlung im Krankenhaus oder besondere Auslandsleistungen.

Private Familienversicherung für Kinder – die wichtigsten Daten und Fakten

Die oft vorzufindende Meinung, die PKV rechne sich nicht, sobald Kinder kommen, ist also nicht richtig. Zumindest dann, wenn der andere Elternteil wieder eine Berufstätigkeit aufnimmt und damit eigenständig krankenversichert ist – dies dürfte bei vielen Familien zutreffen.

Gut zu wissen:
Ist ein Ehepartner PKV-versichert und schöpft mit seinem Beitrag nicht den maximalen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 323,03 Euro (Stand: 2018) aus, kann der nicht ausgeschöpfte Anteil beim PKV-Beitrag des Kindes angerechnet werden.

Einschluss von Kindern ab Geburt (Kindernachversicherung) – Voraussetzungen:

  • Ein Elternteil ist zum Geburtstermin mindestens seit drei Monaten versichert.
  • Der Antrag auf Kindernachversicherung wird innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt rückwirkend zum Geburtstag gestellt.
  • Der Versicherungsschutz des Kindes ist nicht höher als der des versicherten Elternteils.
Kinder sind in der privaten Pflegeversicherung beitragsfrei pflegeversichert, wenn auch ein Elternteil privat pflegeversichert ist.

 

Dabei gelten folgende Altersgrenzen:
  • bis zum 18. Lebensjahr
  • ist das Kind nicht erwerbstätig, dann bis zum 23. Lebensjahr
  • befindet sich das Kind in Berufsausbildung oder im sozialen Jahr, dann bis zum 25. Lebensjahr

Wann endet in der GKV die beitragsfreie Familienversicherung für Kinder?

Die Familienversicherung endet, wenn das Kind
  • ein Arbeitseinkommen über 450 Euro bezieht oder
  • sonstige Einkünfte (z.B. auch Miet- oder Zinseinkünfte) über 425 Euro hat. Arbeitseinkommen und sonstige Einkünfte dürfen zusammen 450 Euro nicht überschreiten.
Eine beitragsfreie Familienversicherung beim GKV-versicherten Elternteil ist außerdem nicht mehr möglich, wenn das Gesamteinkommen des privatversicherten Elternteils
  • die JAEG (2018: 4.950 Euro monatlich) übersteigt und
  • regelmäßig über dem Gesamteinkommen des GKV-versicherten Elternteils liegt.
Sind beide Voraussetzungen erfüllt und die Eltern verheiratet, dann ist das Kind entweder gegen Beitrag in der GKV oder der PKV zu versichern.
Die Regelung gilt nur für Ehegatten und Lebenspartner nach § 1 Lebenspartnerschaftsgesetz.

Krankenversicherung Elternzeit: Sind weiterhin Beiträge zu zahlen?

1. Beide Eltern sind GKV-versichert:
Die Mitgliedschaft wird in der GKV für den Elternteil, der in Elternzeit geht, beitragsfrei fortgeführt.

 

2. Beide Eltern sind PKV-versichert:
Wenn der Versicherungsnehmer in Erziehungsurlaub geht, besteht der Krankenversicherungsvertrag und damit der Beitrag unverändert fort. Außer man stellt das Krankentagegeld in eine günstigere Anwartschaftsversicherung um. Grundsätzlich ist aber der PKV-Beitrag in voller Höhe weiter zu tragen.

 

3. Der Elternteil in Elternzeit ist freiwillig gesetzlich versichert und der Ehegatte in der PKV:
Der GKV-Beitrag richtet sich nach dem halben Einkommen des Ehegatten (maximal die halbe Beitragsbemessungsgrenze).

 

4. Der Elternteil in Elternzeit ist in der PKV versichert und der Ehegatte in der GKV:
Der PKV-Beitrag ist voll zu entrichten, das Krankentagegeld kann in eine Anwartschaftsversicherung umgestellt werden. Es ist keine Familienversicherung in der GKV während der Elternzeit möglich.

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