Günstige Krankenversicherung für Selbstständige: Ist ein Wechsel in die private sinnvoll?

Günstige Krankenversicherung für Selbstständige: Ist ein Wechsel in die private sinnvoll?Ob gesetzliche oder private Krankenversicherung (PKV) – wer sich selbstständig macht, hat die freie Wahl. Bei der PKV ist der entscheidende Vorteil, dass Sie den Leistungsumfang und damit auch die Höhe des Beitrags auf Ihre Bedürfnisse abstimmen können. Erfahren Sie hier, was Sie als Selbstständiger beim Wechsel in eine private Krankenversicherung beachten sollten. Und dann machen Sie gleich einen objektiven Tarifvergleich!

Wann können Selbstständige in die private Krankenversicherung wechseln?

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist möglich, wenn Sie bei Beginn einer Selbstständigkeit

  • unmittelbar vorher in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) freiwillig versichert waren. In dem Fall wechseln Sie zum Ende des übernächsten Monats nach der Kündigungserklärung an die gesetzliche Krankenversicherung.
  • wenn sie unmittelbar vorher GKV-pflichtversichert waren. In dem Fall wechseln Sie sofort ab Beginn der Selbstständigkeit in die private Krankenversicherung.

Wenn Sie bereits selbständig sind, ist ein Wechsel zum Ende des übernächsten Monats nach der Kündigungserklärung an die gesetzliche Krankenversicherung möglich.

Ein Beispiel:
Sie kündigen die GKV im Januar. Damit endet Ihre Kassenmitgliedschaft zum 31.03. und am 01.04. beginnt die private Krankenversicherung für Selbstständige.

Selbstständige sind in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nicht versicherungspflichtig. Das heißt: Wenn Sie in der GKV bleiben, sind Sie dort freiwillig versichert und zahlen über kurz oder lang den Höchstbeitrag.

Darauf sollten Selbstständige in der privaten Krankenversicherung achten

Besonders wichtig ist, dass Sie für eine ausreichende Einkommenssicherung sorgen. Denn praktisch jede Arbeitsunfähigkeit ist bei Selbstständigen auch mit finanziellen Einbußen verbunden. Deswegen gehört zu jeder privaten Krankenversicherung eines Selbstständigen unbedingt auch ein privates Krankentagegeld, das Sie als Versicherten im Falle eines Falles vor Einkommensverlusten schützt.

Ein teurer Fehler: Selbstständige verzichten häufig auf die Absicherung des privaten Krankentagegeldes frei nach dem Motto: „Ich bin noch nie krank gewesen – warum soll ich morgen damit anfangen?!“ Fehlt jedoch das Nettoeinkommen oder ist das private Krankentagegeld zu niedrig, kann eine längere Krankheit oder eine langwierige Unfallfolge die (finanzielle) Existenz der Selbständigkeit gefährden.

Seit dem 01.01.2009 ist jede Person in Deutschland gesetzlich verpflichtet, sich gegen Krankheit zu versichern. Ebenfalls seit diesem Zeitpunkt haben alle, die selbstständig sind, in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr automatisch Anspruch auf Krankengeld. Sie haben die Wahl, sich entweder gesetzlich oder privat gegen Einkommensverluste abzusichern.

Gesetzliche Krankenversicherung: Hohe Beiträge für Selbstständige

Grundsätzlich zahlen Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstbeitrag. Dieser liegt 2017 bei monatlich 805 Euro* inklusive Krankengeld und Pflegepflichtversicherung. Nur bei Nachweis geringerer Einnahmen ist der so genannte Mindestbeitrag möglich. Dieser liegt 2017 bei monatlich 407,20 Euro* inklusive Krankengeld.
(*Im Beispiel wurde der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz von 1,1 % aller gesetzlichen Krankenkassen in 2017 verwendet. Abweichungen sind deshalb je nach kassenindividuellem Zusatzbeitrag möglich.)

Für Selbstständige, die einen Gründungszuschuss erhalten, kann der Mindestbeitrag bei sehr geringen Einnahmen auch nochmals gekürzt werden. Diese Sonderregelung ist dann allerdings auf maximal 15 Monate begrenzt. Danach ist ein weit höherer Beitrag in der GKV zu zahlen.

Wer selbstständig ist und in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt, muss wissen, dass sein Einkommen regelmäßig überprüft wird und der GKV-Beitrag bei gestiegenen Einnahmen jederzeit erhöht werden kann. Außerdem kann die GKV Beitragsnachzahlungen für 4 Jahre (in manchen Fällen sogar bis zu 30 Jahre) verlangen.

Checkliste für Selbstständige

Die PKV ist kein „Beitrags-Sparvertrag“. Sie ist vielmehr für die Menschen eine Alternative zur GKV, die ihren eigenen Krankenversicherungsschutz individuell zusammenstellen möchten – um dadurch bei Arzt, Zahnarzt, Krankenhaus, Behandlungsmethoden und Medikamenten ein Mitspracherecht zu haben.

Am GKV-Höchstsatz orientieren
Wer sich bei der Auswahl des PKV-Beitrags am Höchstbeitrag der GKV orientiert, hat auf lange Sicht den größten Nutzen. Der Grund: Wenn man in der GKV freiwillig versichert ist, zahlt man meist schon nach ein bis zwei Jahren den Höchstbeitrag, also ca. 805 Euro pro Monat. In der PKV bekommen Sie als Selbstständiger für den gleichen Betrag mehr und vor allem garantierte Leistungen. Außerdem stehen Ihnen hier mehr Wechseloptionen zur Verfügung, z.B. durch einen Tarifwechsel, wenn im Alter doch nicht so viele Rücklagen zur Verfügung stehen wie geplant. Bei zu geringen Tarif-Beiträgen sind Sie in der Regel unterversichert, was Sie irgendwann teuer zu stehen kommen kann.

PKV-Beitrag ist steuerlich absetzbar
Ein weiterer wichtiger Punkt: Da der PKV-Beitrag durch das Bürgerentlastungsgesetz (BEG) steuerlich absetzbar ist, werden zu geringe Tarif-Beiträge gerade für Selbstständige oder Gewerbetreibende noch unattraktiver. Denn gemäß BEG müssen die privaten Krankenversicherungen bei jedem Tarif-Beitrag alle Leistungen herausrechnen (und zwar vor der steuerlichen Anrechnung), die inhaltlich nicht einer GKV entsprechen. Eine grobe Faustformel sagt: Die Differenz eines günstigen Tarifs zu einem hochwertigen halbiert sich.

Dazu ein Rechenbeispiel: Wir vergleichen einen günstigen Tarif in Höhe von 300 Euro mit einem hochwertigen Tarif in Höhe von 600 Euro. Die Differenz beträgt hier 300 Euro. Diese halbiert sich durch die steuerliche Entlastung. Das ergibt für den hochwertigen Tarif einen Wert von 450 Euro nach Steuern.

Fazit:
Für Selbstständige, die in eine private Krankenversicherung wechseln, empfiehlt es sich, einen nicht zu geringen Tarif-Beitrag auszuwählen.

So prüfen Sie Ihren Wunschtarif auf Vollständigkeit

Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung sollten Selbstständige ihren Wunschtarif auf Vollständigkeit überprüfen.

Eine optimale PKV für Selbstständige beinhaltet folgende sechs Bausteine:

  • Ambulant
  • Stationär
  • Zahn
  • Krankentagegeld
  • Beitragsentlastung im Ruhestand
  • Pflege
1. Ambulant

Selbstbeteiligung: Für Selbstständige ist ein Tarif mit Selbstbeteiligung (SB) empfehlenswert, weil die Beiträge dafür in aller Regel günstiger sind als bei Tarifen ohne SB.

Beachten Sie dabei: Eine hohe SB muss im Krankheitsfall wie ein Beitrag erbracht werden. Aufgrund der steuerrechtlichen Absetzbarkeit und des Aufbaus von Alterungsrückstellungen sollte eine zu hohe SB möglichst vermieden werden.

2. Stationär

Wahlleistungen (Volksmund: „Chefarzt“) und 2-Bett-Zimmer sollten Selbstständige für eine optimale private Krankenversicherung mindestens vereinbaren.

3. Zahn

Je nach persönlicher Ausgangssituation (finanzielle Mittel) sollte eine entsprechende Erstattungsleistung gewählt werden. 50 % oder mehr für Zahnbehandlung und Zahnersatz sollten es mindestens sein.

4. Krankentagegeld

Eine Absicherung des Einkommens durch eine Krankentagegeldversicherung ist aus wirtschaftlich existentiellen Gründen für Selbstständige ein Muss. Der gewählte Tarif bei der privaten Krankenversicherung sollte regelmäßig eine Erhöhung des Tagegeldes ohne Gesundheitsprüfung zulassen, mindestens jedoch in den ersten zwei Monaten nach Einkommensänderung.

5. Beitragsentlastung im Ruhestand

Der KV-Beitrag ist unabhängig von Alterseinkünften zu entrichten. Es ist empfehlenswert, den Beitrag im Ruhestand durch eine Beitragsentlastungskomponente der PKV zu reduzieren und für eine ausreichende Altersvorsorge zu sorgen. Mehr Infos zu diesem Thema finden Sie hier.

6. Pflege

Allein durch die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung sind zukünftige Pflegekosten schon heute kaum mehr zu decken.

TIPP:
Sorgen Sie rechtzeitig vor und kombinieren Sie eine private Pflegetagegeldversicherung mit einer fundierten Altersvorsorge. So sind Sie bestens abgesichert.

Beitragsrückerstattung
Eine im Tarif enthaltene Beitragsrückerstattung (BRE) sollte kein alleiniges Auswahlkriterium für eine Tarifentscheidung sein. Aber: Wenn alle anderen Auswahlparameter passen, ist eine BRE ein willkommenes Instrument, um damit kleinere, die Gesundheit erhaltende Maßnahmen selbst zu bezahlen. Denn wenn im Versicherungsjahr keine Krankheitskosten für die versicherte Person anfallen, steht die Beitragsrückerstattung zur freien Verfügung.

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