Kinder privat krankenversichern – bis zum Berufsstart

Kinder privat krankenversichern bis zum BerufsstartWer Kinder privat krankenversichern möchte, der macht das in der Regel durch die Mitversicherung ab Geburt, auch Kindernachversicherung genannt. Der Säugling wird einfach beim Krankenversicherer der Eltern angemeldet und so in den Vertrag aufgenommen. Erfolgt das innerhalb von zwei Monaten nach der Entbindung, dann geschieht das ohne Gesundheitsprüfung.

Kinder sind in der PKV preisgünstig zu versichern. Abgesehen von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, verursachen sie normalerweise keine nennenswerten Kosten. Alterungsrückstellungen werden während dieser Zeit noch nicht gebildet.

Die Alterssprünge

Werden die Kinder privat krankenversichert, erfolgen bis zum Erwachsenwerden während der Versicherungszeit zwei Alterssprünge. Der erste davon in der Regel im Alter von 14/15 Jahren. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Manche Versicherer haben den ersten Alterssprung früher, z. B. mit elf oder sie haben nur den Alterssprung in die Erwachsenentarife.

Zu beachten:
Bei Eintrittsaltersprüngen handelt es sich nicht um eine Beitragsanpassung, sondern um den vertragsgemäßen Übergang vom Kinder- in den Jugendtarif.

Mit 19/20 Jahren erfolgt dann normalerweise der zweite Alterssprung in den Erwachsenentarif. Ab diesem Zeitpunkt werden erstmals Alterungsrückstellungen aus dem Beitrag heraus gebildet.

Erfolgt eine solche Umstellung, beispielsweise vom Kinder- in den Jugendtarif, dann geschieht das automatisch. Eine neue Gesundheitsprüfung wird nicht durchgeführt.

Ausbildung – und jetzt?

Wenn sich nach der Schulzeit eine Berufsausbildung anschließt, werden Kinder in der Regel versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Jetzt sollte als erstes geprüft werden, ob es sich lohnt, die bestehenden Rechte zu erhalten. Besteht die Möglichkeit, dass mit Abschluss der Ausbildung auch die Versicherungspflicht endet, dann empfiehlt es sich, eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen, die sozusagen erworbene Rechte konserviert.

Unterschiedliche Arten der Anwartschaftsversicherung in der PKV

  • Kleine Anwartschaft

    Sie bezieht sich ausschließlich auf den Gesundheitszustand. Die kleine Anwartschaft sorgt dafür, dass bei einer späteren Wiederinkraftsetzung der Krankenversicherung keine erneute Gesundheitsprüfung verlangt wird. Die Beitragsermittlung erfolgt auf Basis des erreichten Lebensalters bei Wiedereintritt. Eine kleine Anwartschaft empfiehlt sich für die Überbrückung kürzerer Zeiträume.Der Beitrag für eine kleine Anwartschaft liegt in der Regel zwischen 5 Prozent und 10 Prozent des normalen Beitrags. Er ist monatlich für die Dauer der Anwartschaftsversicherung zu bezahlen.
    Ausführliche Informationen zum Thema „Kleine Anwartschaftsversicherung“
  • Große Anwartschaft

    Wer neben dem Gesundheitszustand zusätzlich auch das Eintrittsalter einfrieren möchte, der schließt eine große Anwartschaft ab. Die Beiträge werden bereits zu Beginn der Anwartschaft kalkuliert. Das ursprünglich im Beitrag günstigere Eintrittsalter bleibt daher bei einem späteren Wiedereintritt erhalten. In der Privaten Krankenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand und vom Eintrittsalter. Je älter ein Versicherungsnehmer zu Zeitpunkt des Abschlusses ist, desto höher ist der zu zahlende Beitrag. Genau darin liegt der Vorteil einer großen Anwartschaft. Auch wenn der Beitrag im Gegensatz zur kleinen Anwartschaftsversicherung deutlich höher ist, eignet sie sich vor allem, wenn ein längerer Zeitraum zu überbrücken ist. Ein sich so erkauftes günstiges Eintrittsalter hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Beiträge während der normalen Vertragslaufzeit, sondern ist auch bei einem späteren Tarifwechsel gemäß § 204 VVG von Vorteil. Kinder privat krankenzuversichern lohnt sich also. Der Beitrag für eine große Anwartschaft liegt in der Regel zwischen 20 Prozent und 25 Prozent des normalen Beitrags. Er ist teurer, da hier u. a. auch Alterungsrückstellungen gebildet werden. Der Beitrag ist monatlich für die Dauer der Anwartschaftsversicherung zu bezahlen.
    Ausführliche Informationen zum Thema „Große Anwartschaftsversicherung“

Ein weiterer Vorteil der Anwartschaftsversicherung bezieht sich auf die Wartezeiten, denn der Versicherungsschutz ruht lediglich. Je nach Vorversicherungszeit sind die Wartezeiten bereits erfüllt.

Ausbildungstarife

Wer sich während der Ausbildung oder bei einem Studium von der Versicherungspflicht befreien kann, der sollte seinen Krankenversicherer gezielt nach einem sogenannten Ausbildungstarif fragen. Die meisten Krankenversicherer bieten solche an. Der Vorteil ist, dass auch hier, genau wie in den Kinder- und Jugendtarifen, keine Alterungsrückstellung gebildet wird. Der Versicherungsschutz ist dadurch sehr viel preisgünstiger.

Berufsstart

Nach Abschluss der Ausbildung erfolgt der Start ins Berufsleben. Wer dadurch nicht versicherungspflichtig wird, kann in der PKV bleiben.

War der Vertrag aufgrund der Berufsausbildung auf Anwartschaft gesetzt, dann erfolgt jetzt die Beendigung der Anwartschaftsversicherung und der ursprüngliche PKV-Vertrag wird reaktiviert. Je nachdem, ob eine kleine oder große Anwartschaft bestand, hat das Auswirkungen auf den jetzt zu zahlenden Beitrag. Eine Risikoprüfung erfolgt nicht. Sollte sich in der Zwischenzeit eine Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse eingestellt haben, dann hat das keinerlei Auswirkungen auf den zu zahlenden Beitrag.

Sollte sich der Berufsstarter bislang in einem Ausbildungstarif befunden haben, dann erfolgt mit Ausbildungsende die Umstellung in den Normaltarif. Der Beitrag steigt und die Bildung von Alterungsrückstellungen beginnt oder wird fortgesetzt.

Wird die Berufslaufbahn zum Beamten gewählt, so bietet sich ein Tarif für Referendare, sprich Beamte in der Ausbildung, an. Fragen lassen sich in einem Beratungsgespräch klären.

Die Seite wird geladen ...
nach oben