Krankenzusatzversicherung für Kinder – lohnt sich das überhaupt?

Krankenzusatzversicherung für Kinder – lohnt sich das überhaupt?

Viele Versicherer bieten mittlerweile eine Krankenzusatzversicherung für Kinder an. Doch sind solche Policen überhaupt sinnvoll? Was sie leisten, und was sie kosten, erfahren Sie hier.

Um die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, schließen immer mehr Deutsche private Krankenzusatzversicherungen ab. Zum Ende des Jahres 2018 meldete der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV-Verband) über 20 Millionen Tarife im Bestand der deutschen Haushalte. Das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Zahl der Verträge sogar um 30 Prozent.

Besonders beliebt sind dabei die Zahnzusatzversicherungen. 2018 entfielen insgesamt rund 16 Millionen Verträge auf diesen Bereich. Doch auch stationäre Zusatzversicherungen, die bei einem Krankenhausaufenthalt das Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer und die Chefarztbehandlung übernehmen, sind zunehmend gefragt.

Neben der Zahn- und der Krankenhauszusatzversicherung gibt es noch die Auslandsreisekrankenversicherung, die Krankenhaustagegeldversicherung , ambulante Zusatzversicherungen, die etwa Kosten für Brillen übernehmen, Heilpraktikertarife , die Pflegezusatzversicherung sowie die Kostenerstattungstarife. All diese Angebote sollen die Versicherten einerseits vor hohen Zahlungen schützen und andererseits eine bessere Versorgung gewährleisten.

Krankenzusatzversicherung für Kinder

Nicht nur Erwachsene bilden für diese Policen eine Zielgruppe. Die Versicherungsunternehmen locken insbesondere bei Krankenzusatzversicherungen für Kinder mit niedrigen Beiträgen. So ist eine Zahnzusatzversicherung für rund 10 Euro monatlich zu bekommen. Angesichts der Tatsache, dass sich in Deutschland rund jedes zweite Kind einer kieferorthopädischen Behandlung unterzieht, und dabei recht schnell eine stattliche Summe zusammenkommen kann, gehört diese Absicherung zu den sinnvollen Tarifen.

Lohnen kann sich auch eine spezielle Zusatzversicherung für Kinder auch für eine Heilpraktiker-Behandlung, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört. Denn viele Eltern probieren bei ihren Kindern gern zunächst eine sanftere Behandlung und Medikation im Krankheitsfall aus. Eine entsprechende private Krankenzusatzversicherung übernimmt die Kosten, die bei der Behandlung durch einen ausgebildeten Heilpraktiker entstehen. Auch für Osteopathie zahlt der Versicherer. Wie hoch die Erstattung konkret ist, hängt vom gewählten Tarif ab. Die monatliche Prämie kann hier, je nach Alter des Kindes, für gute Tarife bei unter 3 Euro liegen.

Was bei einem Krankenhausaufenthalt wichtig ist

Im Falle einer notwendigen Behandlung im Krankenhaus wünschen sich manche Eltern für ihr Kind den Chefarzt und die Unterbringung in einem Ein- oder Zwei-Bettzimmer. Das ist mit einer stationären Zusatzversicherung möglich.

Die Krankenkassen übernehmen für Kinder unter neun Jahren die Kosten für die Übernachtung der Eltern, das sogenannte Rooming-In. Wollen die Eltern auch ihren älteren Kindern in der Klinik Gesellschaft leisten, müssen sie das selbst bezahlen oder mit einem entsprechenden Tarif vorsorgen. Manche Angebote schließen Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr ein. Bei anderen gilt das Rooming-In für Kinder bis 13 oder sogar bis 16 Jahre. Eine Krankenhauszusatzversicherung für Kinder kostet zwischen 4 und 5 Euro, manche Tarife liegen noch darunter.

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Verbraucherschützer finden sinnvoll:

Verbraucherschützer sehen die Zahnzusatzversicherung, die stationäre Zusatzversicherung und die Auslandsreisekrankenversicherung, bei der Kinder über ihre Eltern versichert werden, als sinnvoll an.

Allerdings raten sie Eltern grundsätzlich eher dazu, zunächst sich selbst und das eigene Einkommen abzusichern. Eine private Haftpflicht-, eine Berufsunfähigkeits- und eine Risikolebensversicherung sind demnach unabdingbar.

Neben den einzelnen Bausteinen einer privaten Krankenzusatzversicherung bieten einige Versicherer Eltern-, Großeltern-, (Paten-)Tanten- und Onkel-Policen an, die mehrere Komponenten vereinen. Dabei werden Konzepte aus der Unfallversicherung, der Krankenzusatzversicherung, der Pflege- und Berufsunfähigkeitsversicherung manchmal mit einem Sparanteil kombiniert.