Private Zahnzusatzversicherung: Zahnersatz, Zahnbehandlung & Co.

Private Zahnzusatzversicherung: Zahnersatz, Zahnbehandlung & Co. Wann kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein?

Wann kann eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung sinnvoll sein?

Immer mehr Menschen in Deutschland er­kennen den Bedarf an zusätzlicher privater Vorsorge im Gesundheitsbereich. Ein Beispiel: die Zahnzusatzversicherung. Laut aktueller Zahlen des Verbands der privaten Kranken­ver­si­che­run­gen (PKV-Verband) gab es Ende des Jahres 2017 rund 25,52 Millionen Zusatzversicherungen insgesamt. Etwa 15,67 Millionen dieser Verträge waren Zahnzusatzversicherungen. Knapp jeder fünfte Deutsche hat also in dieser Form für seine Zähne vorgesorgt. Die Zahnzusatzversicherung ist mit Abstand die bevorzugte Zusatzpolice.

Kein Wunder, denn vor allem beim Zahnersatz, wie einer Brücke oder einem Implantat, können sehr hohe Kosten entstehen. Braucht ein Patient beispielsweise ein Implantat werden schnell rund 2.200 Euro fällig. Die Krankenkassen übernehmen davon nur einen Teil – der Festzuschuss für ein Einzelzahnimplantat liegt zum Beispiel bei rund 320 bis 415 Euro. Den Rest muss der Patient selbst bezahlen. Dieser Eigenanteil kann durch eine Zahnzusatzversicherung aber gesenkt werden.

Höhe der übernommenen Kosten

Je nach Bedingungen der privaten Zusatzversicherung werden ein pauschaler Betrag und/oder ein prozentualer Anteil übernommen. Bei der professionellen Zahnreinigung beispielsweise ist es meist ein Jahresbetrag, der maximal zur Verfügung steht.

Für Zahnbehandlungen, Zahnersatz und Kieferorthopädie setzen die meisten Versicherungen laut PKV-Verband einen Prozentsatz für die Erstattung an.

Zum Beispiel die …

  • … Erstattung eines pauschalen Prozentsatzes (etwa 30 Prozent) des gesamten Rechnungsbetrags. Meistens gibt es hier eine Beschränkung auf 80 oder 90 Prozent des Rechnungsbetrags bei Anrechnung der Erstattung anderer Kostenträger wie der GKV.
  • … Erstattung eines pauschalen Prozentsatzes der verbleibenden Kosten nach Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • … Aufstockung des von der gesetzlichen Krankenkasse vorgeleisteten Betrags auf einen bestimmten Prozentsatz (zum Beispiel 90 Prozent) der Rechnung. Der Anteil der gesetzlichen Krankenkasse spielt hier also keine Rolle, der Patient muss grundsätzlich den vereinbarten verbleibenden Prozentsatz (zum Beispiel 10 Prozent) selbst zahlen.

Tipp: Bonusheft gewissenhaft pflegen

Weil die Vorleistung der GKV oft in die Erstattung mit einbezogen wird, lohnt sich die gewissenhafte Pflege des Bonushefts, das man von seiner Krankenkasse bekommt. Es kann bares Geld sparen. Denn Patienten, die regelmäßig zur Vorsorge beim Zahnarzt gehen, und das Bonusheft abstempeln lassen, erhalten ab einem gewissen Zeitraum einen höheren Zuschuss von der Kasse. Bei einem lückenlosen Nachweis von fünf Jahren erhöht sich der Festzuschuss zum Zahnersatz etwa um 20 Prozent. Können sogar zehn lückenlose Jahre nachgewiesen werden, sind es 30 Prozent.

Ein Beispiel:
Bekommt ein Patient für das Füllen einer Zahnlücke beispielsweise einen Festzuschuss ohne Bonusheft in Höhe von 463,91 Euro, liegt er mit 20 Prozent Bonus bei 556,70 Euro; mit 30 Prozent sind es 603,08 Euro. Die Differenz zum Rechnungsbetrag des Zahnarztes, die der Patient selbst übernehmen muss, nimmt also ab.

Wonach sollte die Zahnzusatzversicherung ausgewählt werden?

Beim Vergleich verschiedener Tarife ist es wichtig zu ermitteln, wie hoch die Erstattung für Zahnersatz ist. Auch, was der Anbieter überhaupt zum Zahnersatz zählt, ist ein wichtiger Faktor. So sind Implantate beispielsweise noch in recht vielen Tarifen abgedeckt, die Kostenübernahmen von Gold- oder Keramik-Inlays ist dagegen nicht mehr so gängig.

Auch Zahnbehandlungen sollte der Tarif abdecken. Die Zahnprophylaxe mindestens einmal jährlich, besser zwei Mal im Jahr, verbessert und erhält die Zahngesundheit. Und gesunde Zähne sind widerstandsfähiger gegen Karies, Parodontose und ähnliche Erkrankungen. Damit sinkt auch das Risiko, sich etwa einer Wurzelbehandlung unterziehen zu müssen oder Geld für teuren Zahnersatz ausgeben zu müssen.

Wie umfangreich die Kostenerstattung etwa bei der professionellen Zahnreinigung ist, variiert ebenfalls von Versicherer zu Versicherer und von Tarif zu Tarif. In der einfachen Tarif-Variante sind es beispielsweise oft zweimal 80 Euro im Jahr und bei einem Premium-Tarif können es bis zu 200 Euro jährlich sein.

Bei den weiteren Zahnbehandlungen, wie einer neuen Füllung, gibt es ebenfalls Unterschiede. Dort sind beispielsweise Kunststofffüllungen abgedeckt. Zusätzlich können für Wurzel- oder Parodontalbehandlungen die Kosten durch die Zahnversicherung übernommen werden. Zwar begleicht die gesetzliche Krankenkasse in den meisten Fällen einer Wurzelbehandlung die Zahnarztrechnung vollständig, doch bieten manche Zahnärzte zusätzliche Services an, die nicht übernommen werden. Dazu gehört beispielsweise die Längenmessung der Wurzelkanäle. Damit kann eine präzisere Auffüllung übernommen werden.

Achten sollten Verbraucher auch auf „Bis-zu“- und „Erst-ab“-Regelungen in den Versicherungsbedingungen. So gibt es zum Beispiel oft Wartezeiten, bevor die Zahnzusatzversicherung leistet. Diese liegt in der Regel bei acht Monaten. Manche Versicherer indes verzichten auf diese Wartezeiten und leisten sogar bei bereits begonnenen Behandlungen.

Begrenzungen bei der Übernahme der Zahnarztkosten

Die sogenannte Zahnstaffel gilt es ebenfalls zu berücksichtigen. Denn in den ersten Jahren eines Vertrags gelten oft Begrenzungen bei der Übernahme der Kosten, die je nach Anbieter und Tarif variieren können. So kann der Erstattungsbetrag einer Zahnzusatzversicherung im ersten Jahr zum Beispiel maximal bei 500 Euro oder bei 1.000 Euro liegen. In Jahr Fünf können die Spannen zwischen 2.500 und 7.500 Euro betragen. Hier lohnt sich also auf jeden Fall ein Vergleich der Angebote.

Auch im Antragsumfang unterscheiden sich die Versicherungsgesellschaften. Einige verzichten auf Gesundheitsfragen, einige stellen nur ein paar und wieder andere wollen den Gesundheitszustand ganz genau wissen. Oft fordern die Gesellschaften dabei die Akte des Zahnarztes an. Ihn bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen mit ins Boot zu holen, kann also hilfreich sein. Und es gilt: Immer alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten, sonst kann der Versicherer im Ernstfall von der Leistung zurücktreten, oder sie zumindest mindern.

Abschließend lohnt sich natürlich auch ein Blick auf den Preis. Günstige Zahnzusatzversicherung-Tarife gibt es ab etwa 12 Euro im Monat, höherwertige können 50 Euro monatlich kosten. Der Preis alleine sollte aber nie der Faktor sein, nach dem ein Verbraucher einen Zahnzusatztarif auswählt. Wichtiger ist vielmehr, dass sich der Verbraucher Gedanken darüber macht, was ihm bei der Zahngesundheit wichtig ist, was er vielleicht selbst bezahlen kann, und welche Leistungen er sich von der Zahnzusatzversicherung wünscht.

Lohnen sich die Zahntarife der Zahnzusatzversicherung für Menschen ab 50 Jahre?

Auch für ältere Menschen empfehlen sich private Zahnzusatzversicherungen, besonders eine Zahnersatz-Zusatzversicherung. Denn im Alter treten häufiger Probleme mit dem Gebiss auf. Meist nimmt die Zahngesundheit bei Senioren ab und die Behandlungen werden häufiger und kostenintensiver. Vor allem Zahnersatz, wie Implantate oder andere hochwertige Lösungen, spielt hier eine wichtige Rolle, da es sich bei diesen Leistungen um den größten Kostenfaktor beim Zahnarzt handelt.

Weil damit auch für die Versicherer Risiken und Kosten steigen, gibt es häufig mehr Antragsfragen und die Beiträge sind höher.

Wichtige Punkte bei der Auswahl des passenden Tarifs sind neben dem Knochenaufbau für den Zahnersatz, Dinge, die eine Prothese oder Teilprothese betreffen, oder ob der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung überhaupt noch möglich ist, wenn in vielen Zähnen bereits älterer Zahnersatz vorhanden ist.

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