Zahnzusatzversicherung: Wie gut sind die Angebote der Krankenkassen?

Zahnzusatzversicherung: Wie gut sind die Angebote der Krankenkassen?

Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchte, kann dafür ein Angebot des Kooperationspartners seiner gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Doch wie gut sind diese Tarife und was passiert bei einem Kassenwechsel?

Ein Zahnarztbesuch kann nicht nur schmerzhaft, sondern auch sehr teuer werden. Denn die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind mittlerweile relativ gering und so bleibt häufig ein hoher Selbstbehalt . Um dem zu entgehen, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine private Absicherung zur Kostenerstattung .

Laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung nahm die Zahl der Abschlüsse von 2007 bis 2017 um rund 45 Prozent auf knapp 15,7 Millionen Verträge zu. Doch nicht nur auf dem freien Markt sind Zahnzusatzversicherungen zu erhalten. Auch die Krankenkassen bieten in Kooperation mit privaten Anbietern Zahntarife an. Diese sind häufig etwas günstiger, weil die privaten Versicherer den Kassen Sonderkonditionen gewähren. Sie haben aber auch ihre Nachteile.

Worauf kommt es bei den Zusatzangeboten der Krankenkassen an?

Wie bei allen Krankenversicherungsprodukten muss auch beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung eine Gesundheitsprüfung absolviert werden, bei der der Zustand der Zähne abgefragt wird. Diese Gesundheitsfragen muss man wahrheitsgemäß beantworten. Denn wenn sich im Leistungsfall herausstellen sollte, dass falsche Angaben gemacht wurden, kann sich das negativ auf den Versicherungsschutz auswirken.

Zudem muss sich der Versicherungsnehmer bewusst sein, dass nicht die Krankenkasse sein Vertragspartner ist, sondern der private Krankenversicherer. Die Krankenkasse schließt meist nur einen Rahmenvertrag mit dem Anbieter und tritt gegenüber dem Kassenmitglied nur als Vermittler der Police auf. Gibt es Probleme, muss der Versicherungsnehmer sich direkt an den privaten Anbieter wenden.

Die von den Krankenkassen angebotenen Produkte sind häufig sehr pauschal gehalten und schließen auch Leistungen ein, die unter Umständen gar nicht gebraucht, aber bezahlt werden müssen. Bei Tarifen, die man direkt über einen privaten Versicherer abschließt, sind die Leistungen individueller wählbar.

Wechsel der Krankenkasse kann Wechsel der Zahnversicherung bedeuten

Ein weiteres Manko:

Bei einem Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt der Vertrag mit den gewährten Sonderkonditionen für die Zahnzusatzversicherung nicht automatisch bestehen.

Entweder muss der Versicherungsnehmer den Vertrag dann privat weiterführen – und vermutlich mehr dafür bezahlen. Oder er muss einen gänzlich neuen Vertrag bei einem anderen Unternehmen abschließen, was wiederum mit einer neuen Gesundheitsprüfung verbunden ist, aus der womöglich höhere Beiträge resultieren.

Bei Neuabschlüssen gelten außerdem bei den meisten Tarifen Wartezeiten und Summenbegrenzungen für die ersten Jahre. Das kann sich finanziell ebenfalls negativ auswirken.