Die Deutschen leben immer länger. Männer werden laut Statistischem Bundesamt heute im Schnitt 78 und Frauen 83 Jahre alt. Diese erfreuliche Entwicklung bedeutet aber auch, dass mehr Ältere pflegebedürftig werden. Derzeit sind es 2,7 Millionen Menschen. 

Fast jede vierte Familie hat einen Angehörigen, der zum Pflegefall geworden ist, also Betreuung und Fürsorge braucht. Fast jeden Bürger (laut Infratest dimap 98 %) interessiert es, was passiert, wenn der Pflegefall eintritt.

Vor 20 Jahren ist die Pflegeversicherung eingeführt worden. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II hat der Gesetzgeber diese Säule der sozialen Sicherung ab dem kommenden Jahr weiter ausgebaut. Ab 1. Januar 2017 gibt es statt drei Pflegestufen nun fünf so genannte Pflegegrade, nach denen ein Pflegefall medizinisch eingeteilt wird. Weiter gilt der Grundsatz, dass die Leistungen der Pflegeversicherung mit der Bedürftigkeit, also mit dem Pflegegrad, steigen.

500.000 Menschen bekommen mehr Geld von der Pflegekasse

Bisher fielen vor allem psychisch bedingte Pflegefälle durch das Raster der Pflegeversicherungen. Künftig haben auch psychisch Kranke im Pflegefall Anspruch auf Geld. Nach Angabe des Gesundheitsministeriums profitieren mittelfristig etwa 500.000 Menschen vom neuen Pflegestärkungsgesetz. Dies hilft ab dem kommenden Jahr auch Menschen in Haushalten, in denen bereits eine Person gepflegt wird.

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, kann ab 1. Januar 2017 sechs statt bisher vier Wochen lang eine Auszeit nehmen und auch einmal Urlaub machen. Die Pflegeversicherung bezahlt dann eine Pflegekraft, die sich in dieser Zeit um den pflegebedürftigen Menschen kümmert.

Private Pflegevorsorge ist wichtig

Berufstätige, die zu Hause bei einem Pflegefall einspringen und helfen müssen, bekommen ihren Lohnausfall ebenfalls ersetzt (Pflegeunterstützungsgeld). Und zwar für zehn ausgefallene Arbeitstage. Das Wichtigste zu den Neuerungen bei der Pflege hat das Bundesgesundheitsministerium in einer Broschüre zusammengestellt. Trotz der Änderungen ist eine private Pflegevorsorge äußerst wichtig. Denn die staatlichen Grundleistungen reichen nicht aus, um die Pflegekosten, die tatsächlich etwa doppelt so hoch sind, abzudecken. Der günstige Einstieg in den Zusatzschutz beginnt mit den staatlich geförderten „Pflege-Bahr“-Policen.

So sollte die private Pflegevorsorge aufgebaut sein – in drei Schichten:

Pflegevorsorge-3-stufen

Quelle: KVpro.de

 

Übersicht über die maximalen Leistungen der fünf Pflegegrade (PG) pro Monat
(Gültig ab: 01.01.2017)

 Leistung        PG1        PG2        PG3        PG4        PG5
Pflegegeld (ambulant) 316 € 545 € 728 € 901 €
Pflegesachleistung (ambulant) 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
Entlastungsbetrag* (ambulant) 125 € 125 € 125 € 125 € 125 €
Leistungsbetrag (vollstationär) 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €
*Zweckgebundene Kostenerstattung