Digital Aging - wenn Display-Beleuchtung uns krank macht

Digital Aging – wenn Display-Beleuchtung uns krank macht

Immer mehr Zeit verbringen wir drinnen und dann auch noch oft vor einem Bildschirm. Sei es das Smartphone, der Computermonitor oder der Fernseher. Das ist nicht gut für die Gesundheit. Vor allem die Augen und die Haut leiden unter Digital Aging. Welche Möglichkeiten es zum Schutz gibt, erfahren Sie hier.

High-Energy Visible Light (HEV), hochenergetisches sichtbares Licht, oder auch Blue Light (Blaues Licht) – so lautet die neue Bedrohung für unsere Haut und unsere Augen. Diverse Studien befassen sich immer wieder mit den Auswirkungen des sogenannten kaltweißen LED-Lichts in Wohnräumen und bei der Straßenbeleuchtung. Desweiteren erforschen zahlreiche Wissenschaftler weltweit, wie sich die zunehmende Nutzung von Smartphones, Tablets, Computern und Fernsehgeräten auf uns auswirkt.

Das stundenlange Schauen auf die leuchtenden Bildschirme – meist aus nächster Nähe – in einer Umgebung mit ebenfalls hohem Blauanteil im Licht, belastet die Augen doppelt. Die Folgen können Kurzsichtigkeit sowie eine Makuladegeneration, eine Erkrankung der Netzhaut, sein.

US-Forscher wollen nun auch die Ursache für die negative Wirkung des blauen Lichts auf die Augen herausgefunden haben. Demnach ist ein Molekül namens Retinal dafür verantwortlich. Dieses Molekül kommt in jenen Zellen vor, die das Hell-Dunkel-Sehen ermöglichen. Trifft blaues Licht darauf, werden offenbar toxische Verbindungen erzeugt, die die Sehzelle angreifen und abtöten. Nur ein anderes Molekül, vermutlich das Alpha-Tocopherol (Vitamin E) beugt diesem Zelltod vor. Je älter der Mensch jedoch ist, desto schlechter der Schutz und desto eher kommt es zu den Veränderungen im Auge.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Blaulicht und Krebs?

Nicht nur die Augen, auch die Haut kann durch dieses Licht aber schneller altern. Dieser Prozess wird Digital Aging („Hautalterung durch blaues Bildschirm-Licht“) genannt. Mit der Haut geschieht nämlich Ähnliches wie bei den Augen. Es dringt, anders als das UV-Licht, das eher oberflächlich wirkt, tiefer in die Hautschicht ein. Dort kann die Bildung freier Radikale und damit oxidativer Stress ausgelöst werden. Das wiederum sorgt für Zellschäden.

Zudem soll eine ungleichmäßige Hautpigmentierung, die sogenannte Hyperpigmentierung, auf zu viel Lichteinstrahlung zurückgeführt werden können. Sie äußert sich in Altersflecken, Melasmen und Pigmentflecken. Im Grunde gehören sowohl Falten als auch die veränderte Pigmentbildung zum normalen Alterungsprozess. Allerdings wird dies durch zu viel Licht beschleunigt.

Zudem vermuten manche Forscher einen Zusammenhang mit der Entstehung von einigen Krebsarten, wenn wir insbesondere nachts diesem Licht ausgesetzt sind. Die Produktion von Melatonin wird damit gehemmt. Das Hormon ist allerdings für die Regulation des Wach-Schlaf-Rhythmus verantwortlich. Gerät dieser durcheinander, begünstigt das im schlimmsten Fall die Entstehung von Brust- oder Prostatakrebs.

Mit Brille und Cremes Digital Aging vorbeugen

Die Brillen- und auch die Kosmetikindustrie bieten indes Lösungen für Probleme mit dem blauen Licht an. Es gibt mittlerweile Brillen, sogar als Fensterglas-Variante, mit einem Blaulichtfilter. Sie wirken wie eine klassische Sonnenbrille. Nur filtern sie eben zusätzlich zum ultravioletten das hochenergetische sichtbare blau-violette Licht. Damit möchte man die positiven Effekte des Sonnenlichts auf den Organismus nutzen und gleichzeitig die negativen Einflüsse reduzieren.
Ähnlich steht es mit diversen Cremes, die mit einem zusätzlichen Zellschutz neben dem UV-Licht der Sonne vor den Folgen übermäßiger Einwirkung des blauen Lichts schützen sollen.

Neben den Brillen- und Kosmetikherstellern haben Smartphone-Produzenten auf die Probleme einer andauernden Zufuhr des blauen Lichts reagiert. Es gibt in den neuen Modellen Blaulichtfilter, die man über die Night-Shift-Funktion aktivieren kann.

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