Gesundheits-Apps: Hilfe bei Tinnitus, Rückenschmerzen & Co.

Gesundheits-Apps: Hilfe bei Tinnitus, Rückenschmerzen & Co.

Knapp die Hälfte der Deutschen nutzen bereits Gesundheits-Apps oder können sich das in Zukunft vorstellen. Die digitalen Anwendungen auf Smartphone und Co. helfen dabei, die körperliche Fitness zu stärken, die Ernährung zu verbessern oder ärztliche Therapien zu unterstützen. Doch welche Gesundheits-Apps gibt es? Und gibt es die auch auf Rezept? Hier sind die Antworten.

Gesundheits-Apps erleben einen Boom: Mittlerweile gibt es Tausende deutschsprachige Anwendungen zur Förderung der Gesundheit. Vom einfachen Schrittzähler über Apps für eine gesunde Ernährung, zur Nikotinentwöhnung oder Schlafkontrolle bis hin zu speziellen Apps bei Erkrankungen ist alles dabei. Die Programme erschließen sich meist spielerisch, sind aber weit mehr als eine Spielerei. Sie motivieren die Nutzer, ihr Verhalten nachhaltig zu verändern und geben Tipps und praktische Hilfen für ein gesünderes Leben.

Gesundheitliche Vitalwerte:

Einige Anwendungen ermitteln zudem gesundheitliche Vitalwerte, wie zum Beispiel Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Gewicht oder Sauerstoffsättigung im Blut. Sie können so frühzeitig wichtige Hinweise auf mögliche Erkrankungen oder gesundheitliche Risiken geben.

Gesundheits-Apps für Diagnostik und Prävention

Besonders beliebt sind Fitness- und Trainingsanwendungen sowie Programme für eine gesunde Ernährung und zum „Abspecken“. Sie bieten Nutzern längst nicht nur allgemeine Ernährungs- und Verhaltenstipps, die jeder kennt. Gute Apps liefern Anwendern unter anderem nach individuellen Vorlieben zusammengestellte Rezepte mitsamt digitalen Einkaufslisten. In die Berechnung des Kalorienbedarfs fließt zudem ein, wie viel sich der Nutzer bewegt. So steigt oder schrumpft das individuelle Kalorienbudget für den Tag – was es erleichtert, beim Abnehmen oder beim Halten des Körpergewichts voranzukommen.

Und längst haben auch die Krankenkassen erkannt, dass viele Gesundheits-Apps weit mehr sind als reine Lifestyle-Gadgets. Viele Programme liefern weit umfassendere Informationen über die Gesundheit von Patienten als punktuelle ärztliche Untersuchungen einmal im Quartal. Mehr und mehr entwickeln sie sich zu einem wichtigen ergänzenden Instrument für Diagnostik und Prävention.

Was zahlen die Krankenkassen?

Krankenkassen fördern die Nutzung ausgewählter Gesundheits-Apps, indem sie die Kosten für die Anwendungen übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Apps zur Schlaganfall-Vorbeugung, Lauf-Apps oder Programme gegen Migräne, Tinnitus, Neurodermitis oder Rückenschmerzen. Die Krankenkassen informieren auf ihren Internetseiten darüber, für welche Gesundheits-Apps eine Kostenübernahme möglich ist. Das ist immer dann der Fall, wenn die App nachweislich zu einer besseren medizinischen Versorgung beiträgt.

Werden Gesundheits-Apps vom Arzt verordnet, ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse garantiert. Dies gilt vor allem für spezielle Medizin-Apps, die sich in erster Linie an Menschen mit Vorerkrankungen richten. Sie sind als Medizinprodukte zertifiziert. Von Medizin-Apps profitieren beispielsweise Diabetiker, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychischen Problemen wie Depressionen. Meist geht es darum, den Verlauf der Erkrankung möglichst lückenlos zu kontrollieren und schnell auf gesundheitliche Verschlechterungen reagieren zu können.

Gesundheits-Apps als Ergänzung zum Arztbesuch

Zwar können die Anwendungen nicht den Arztbesuch ersetzen, doch sie sind mittlerweile ein anerkannter Baustein, um die Gesundheit von Patienten zu erhalten oder zu verbessern. Wer die Ratschläge seiner Rückenschulen-, Entspannungs- oder Abnehm-App beherzigt, muss im Idealfall seltener einen Arzt aufsuchen. Andere Apps liefern keine konkreten Tipps für die Gesundheit, sind aber sehr bequem: Sie informieren über den aktuellen Impfstatus , erinnern an die Medikamenteneinnahme, den nächsten Früherkennungstermin oder erleichtern die Kontaktaufnahme mit Arzt und Krankenkasse.

Qualität der Gesundheits-Apps

Die Qualität von Gesundheits-Apps schwankt jedoch stark. Idealerweise sollte die Anwendung von der Krankenkasse oder dem Ärzteverband empfohlen werden oder vom TÜV im Hinblick auf Funktionalität, Messgenauigkeit und Einhaltung von Datenschutz-Standards geprüft sein.

Reader interactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.