Pflegepflichtversicherung

Die Pflegepflichtversicherung ist eine soziale Pflichtversicherung zur Absicherung des Risikos, pflegebedürftig zu werden.

Die soziale Pflegeversicherung wurde 1995 in Deutschland als jüngster eigenständiger Zweig der Sozialversicherungen eingeführt und ist im SGB XI gesetzlich geregelt. Entsprechende Bestimmungen bestehen auch für privat Krankenversicherte.

Versicherungspflichtig ist jede Person, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung ist.

Die Pflegepflichtversicherung bildet – neben der gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – die „fünfte Säule“ der Sozialversicherungen in Deutschland.

Der Beitragssatz zur Pflegepflichtversicherung ist seit der Einführung 1995 von 1,0% auf 2,55% in 2018 gestiegen. Für Kinderlose fällt seit dem 01. Januar 2005 zusätzlich ein Beitragszuschlag in Höhe von 0,25% an.

Jede Krankenkasse und jede private Krankenversicherung ist verpflichtet, ihren Versicherten auch eine Pflegepflichtversicherung anzubieten. Weil der Grundsatz gilt, dass diese der Krankenversicherung folgt, versichern gesetzlich Krankenversicherte das Pflegerisiko bei einer gesetzlichen Pflegekasse, während privat Krankenversicherte das Pflegerisiko bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen absichern.

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden nach 5 Pflegegraden (Pflegegrad 1 bis 5) gewährt und ersetzen seit 01.01.2017 das bisherige System der drei Pflegestufen. Mit Einführung der Pflegegrade und einem neuen Begutachtungsverfahren nach Grad der Selbstständigkeit in diversen Bereichen (bspw. Mobilität, kommunikative Fähigkeiten, Selbstversorgung) durch das Pflegestärkungsgesetz II am 01.01.2017 werden individuelle Pflegebedürfnisse und der Anspruch auf Pflegegeld bzw. Pflegesachleistung besser berücksichtigt. Bei professioneller ambulanter oder (teil-)stationärer Pflege werden die Kosten bis zu bestimmten Höchstbeträgen übernommen (inkl. Pflegehilfsmitteln, das Wohnumfeld verbessernder Maßnahmen sowie Leistungen ehrenamtlich Pflegender (Pflegegeld).

Bei gesetzlich Krankenversicherten stellt der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) fest, ob und in welchem Umfang die Voraussetzungen für die Einstufung in eine Pflegestufe gegeben sind. Für Versicherte in der privaten Krankenversicherung übernimmt dies die Gesellschaft „MEDICPROOF“.

Die soziale Pflegepflichtversicherung ist als Teilkasko konzipiert. Um eine vollständige Absicherung zu erzielen, ist der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung, zum Beispiel eines privaten Pflegetagegeldes, notwendig.

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