Stationäre Zusatzversicherung

Stationäre Zusatzversicherung

Was ist eine stationäre Zusatzversicherung?

Die wichtigsten drei Leistungen, die eine Zu­satz­ver­sicherung für den Kranken­haus­aufenthalt, auch stationäre Zu­satz­ver­sicherung genannt, abdeckt, sind die freie Klinikwahl, die Be­hand­lung durch den Chefarzt sowie die Un­ter­brin­gung im Ein- oder Zwei-Bettzimmer. Denn diese Dinge übernehmen die Krankenkassen bei gesetzlich Krankenversicherten im Falle eines Krankenhausaufenthaltes üblicherweise nicht.

Grund dafür ist das Wirtschaftlichkeitsgebot für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gemäß Paragraph 12 Sozialgesetzbuch V. Dort heißt es im ersten Absatz: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.“

Ein bisschen mehr Komfort – die Unterbringung im Wenig-Bett-Zimmer etwa – würde das Maß des Notwendigen überschreiten und wäre nicht wirtschaftlich. Allerdings wünschen sich viele Patienten, vor allem, wenn sie längere Zeit in der Klinik ausharren müssen, die Ruhe und Privatsphäre eines Einzelzimmers. Ein bisschen Privatpatient sein, das ist der Gedanke dahinter.

Dafür gibt es die Krankenhauszusatzversicherung. Sie übernimmt diese Leistungen während der stationären, teilstationären oder ambulanten Zeit, die von Krankenkassen nicht abgedeckt sind.

Welche Leistungen beinhaltet stationäre Zusatzversicherung?

Dazu zählt beispielsweise neben dem Einzelzimmer und der Chefarztbehandlung auch die Möglichkeit, dass sich der Versicherte gezielt einen Spezialisten sucht. Diese arbeiten manchmal nicht mit der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen und erheben daher ein privatärztliches Honorar.

Außerdem leistet eine Zusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt bei der Inanspruchnahme von eventuell alternativen Heilverfahren, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung auftauchen.
Des Weiteren bieten manche Produkte den Transport zum und vom Krankenhaus an sowie eine Sonderverpflegung.

Für die Unterbringungskosten der Eltern bei einem Klinikaufenthalt des Kindes (Rooming-In) kommen auch einige Versicherer auf.

Zudem ist in manchen Tarifen eine Auslandsreisekrankenversicherung enthalten.

Viele Versicherer gewähren ihren Kunden bei einer Nichtinanspruchnahme der Leistungen während eines Krankenhausaufenthaltes ein Krankenhaustagegeld. Statt der Leistung erhalten sie dann einen festgelegten Betrag.

Welche Bedarfsunterschiede gibt es, beispielsweise bei den Geschlechtern?

Da Versicherungen nur noch sogenannte Unisex-Tarife, also geschlechterunabhängige Varianten, anbieten können, gibt es keine speziellen Produkte für Männer oder Frauen. Wollen Frauen beispielsweise für ihre Schwangerschaft vorsorgen, muss rechtzeitig ein Vertrag abgeschlossen werden. Denn es gelten bei den meisten Versicherungsunternehmen Wartezeiten, ausgenommen davon sind Leistungen bei Unfällen. Die allgemeine Wartezeit beträgt in der Regel drei Monate. Bei besonderen Fällen, wie der Psychotherapie oder eben einer Entbindung, sind es üblicherweise acht Monate.

Der Interessent einer Krankenhauszusatzversicherung sollte sich vor einem Abschluss klar machen, welche Punkte ihm wichtig sind. Und danach die unterschiedlichen Angebote vergleichen.

Bei einem Antrag stellen die Anbieter, ähnlich wie bei privaten Krankenvollversicherungen, Gesundheitsfragen. Diese sollten unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Anderenfalls kann eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung vorliegen und das kann im schlimmsten Fall den Versicherungsschutz kosten.

Es gibt stationäre Zusatzversicherungen mit Alterungsrückstellungen und ohne. Dabei geht es darum, dass im Alter die Kosten eines Versicherten meist steigen. Das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, ist bei älteren Versicherungsnehmern ebenfalls höher als bei jüngeren. Bei den Policen mit Alterungsrückstellungen legt der Versicherer quasi von Anfang an für diesen Fall Geld zurück. Damit bleiben die Beiträge des Versicherten über die Laufzeit weitgehend stabil.

Angebote ohne Altersrückstellung lassen die Beiträge in Staffeln meist mit Anfang bis Mitte 50 und dann erneut mit Anfang 60 Jahren ansteigen. Außerdem gibt es Tarife, die eine Option auf Einschluss einer Beitragsbremse vorsehen. Damit wird der Beitrag ab 65 Jahren konstant gehalten.

Bei den Krankenhauszusatzversicherungen gilt: Je jünger der Versicherte beim Abschluss ist, desto besser. So gibt es beispielsweise für einen 18-Jährigen bereits einen Basis-Schutz für monatlich 3 Euro und einen Premium-Tarif für etwa 8 Euro. Ein 50-Jähriger muss für den einfachen Tarif das Dreifache also 9 Euro, und für den Premium-Vertrag bereits fast das Siebenfache, nämlich rund 55 Euro zahlen.

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