Beitragslimitierung

Unter der Beitragslimitierung versteht man in der PKV, dass eine Beitragsanpassung in der Höhe gedeckelt (begrenzt) wird. Beitragsanpassungen sind dabei notwendig, um Ihren Versicherungsschutz nachhaltig an die sich ändernden Kosten im Gesundheitswesen anzupassen.

Dabei ist zwischen der Beitragslimitierungen, die lebenslang wirken, und den zeitlich begrenzten Limitierungen zu unterscheiden.

Für die Beitragslimitierung ergeben sich die Limitierungsmittel aus folgenden Quellen:

  1. erfolgsabhängige Rückstellung für Beitragsrückerstattung (e.a. RfB)

    Wird aus dem Rohüberschuss gespeist, der aus dem versicherungsgeschäftlichen Ergebnis und 10% der Überzinsen auf die mittlere Alterungsrückstellung gefüllt wird.Mindestens 80% des Rohüberschusses (Überschussverwendungsquote) sind der e.a. RfB zuzuführen (RfB-Zuführungsquote).

    Die Zuführung zur e.a. RfB (RfB-Quote) sind innerhalb der nächsten drei Jahre an die Kunden auszuschütten. Dies erfolgt als Bar-BRE (Beitragsrückerstattung) oder als Limitierung zur Reduzierung von Beitragsanpassungen. (Der Versicher wid das für seine Kunden tun, sonst werden die Mittel steuerpflichtig).

    Über die Verwendung der RfB Mittel entscheidet der Vorstand unter Zustimmung des Treuhänders.

  2. erfolgsunabhängige Rückstellung für Beitragsrückerstattung (e.u. RfB)

    In diesen Topf fließen Teile der Überzinsen. Letztmalig passiert das 2025, dann werden dort 2% der Überzinsen aus der mittleren Alterungsrückstellung eingestellt. Danach wird diese spezielle Form der Limitierung eingestellt. Gedacht sind die Mittel ausschließlich für die über 65-jährigen Kunden.Ersetzt wurde diese Zuführung durch den gesetzlichen Zuschlag, der 2000 eingeführt wurde. Der Übergang fand fließend von 2000 bis 2025 statt.
  3. Direktgutschriften

    Direktgutschriften sind 90% der Überzinsen auf die mittlere Alterungsrückstellung. Sie werden der Alterungsrückstellung zusätzlich gut geschrieben. Im Jahr 2026 erstmalig 100%, weil bis 2025 aus den Überzinsen noch die e.u. RfB aufgefüllt wurde.Dadurch, dass in der Alterungsrückstellung durch die Direktgutschriften mehr Geld ist, als kalkulatorisch benötigt wird, reduziert sich entsprechend der Anpassungsbedarf.
  4. gesetzlicher Zuschlag

    Der gesetzliche Zuschlag wurde zum 01.01.2000 für neue Kunden eingeführt und beträgt 10% des Grundbeitrages für die substitutive Krankheitskosten-Vollversicherung. Er wird nicht auf Risikozuschläge oder Kurzstufen (bei Beamtentarifen) berechnet.Der Zuschlag ist bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres zu bezahlen und wird ab der Vollendung des 65. Lebensjahres zur Finanzierung von Beitragsanpassungen verwendet.

    Die Beitragsanpassungen werden auf 0– Euro limitiert, solange die Mittel vorhanden sind. Sind mit Vollendung des 80. Lebensjahres noch Mittel vorhanden, so werden diese eingesetzt um den Beitrag auf einmal maximal zu reduzieren.

    Für den Bestand am 01.01.2000 wurde der gesetzliche Zuschlag in 5 Stufen eingeführt. Ab 2001 wurden 2 % erhoben und jedes Jahr um weiter 2 % erhöht, bis 2005 die 10% in voller höhe zu zahlen waren.

    Die Versicherungsnehmer im Bestand hatten das Recht dem gesetzlichen Zuschlag zu widersprechen.

Wie wirkt eine Beitragslimitierung?

Sie zahlen heute 350 Euro für Ihre PKV, also den reinen Krankheitskostentarif ohne versicherungsmedizinische Zuschläge (Risikozuschlag), gesetzlichen Zuschlag, Krankentagegeld und andere Ergänzungsbausteine.

Der Versicherer stellt fest, dass er für Ihre Alterskohorte (Jahrgang und Tarif ggf. bei Bisex auch das Geschlecht) einen um monatlich 25 Euro höheren Beitrag benötigt. Er verwendet nun Mittel der e.a. RfB, um die Beitragsanpassung auf 5% für Sie als Kunden zu reduzieren (zu deckeln). Das betrifft natürlich alle Versicherten dieses Tarifs.

Es ergibt sich dadurch folgende Rechnung:

5 % sind 17,50 Euro. Es müssten also lebenslang monatlich 7,50 Euro zusätzlich für Sie bereitstehen. Der Versicherer muss nun den Betrag als Einmalbetrag einzahlen, der ausreicht, um lebenslang – also unter Berücksichtigung der Kalkulationsannahmen wie Sterbetafel, Abgangsordnung und Rechnungszins – 7,50 Euro monatlich zu finanzieren. (Der Versicherer braucht dazu ausreichend Geld im Topf der RfB). (Näheres dazu finden Sie bei den PKV-Kennzahlen).

Wenn Sie 40 Jahre alt sind und der Rechnungszins 2,5 % beträgt, dann müsste der Versicherer alleine für Sie als einzelnen Kunden etwas über 2.500 Euro auf einmal in den Tarif einzahlen, um die Beitragsanpassung um 7,50 Euro monatlich und lebenslang zu finanzieren.

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