Anspruch auf Mittel zur Raucherentwöhnung

Haben GKV-Versicherte Anspruch auf Mittel zur Raucherentwöhnung?

Viele Raucher wollen sich von ihrem Laster befreien – insbesondere, wenn sie bereits erste Krankheiten haben. Doch das fällt meist nicht leicht. Zudem besteht kein Anspruch auf Versorgung mit Medikamenten zur Rauchentwöhnung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Aber: viele Kassen unterstützen Rauchentwöhnungskurse oder -methoden.

Rauchen ist ungesund. Das weiß jeder. So steht es auch auf den Zigarettenpackungen, gleich unter den abschreckenden Bildern. Vor allem ist Rauchen der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, kann die Entstehung von anderen Krebsarten begünstigen und auch Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Das alles ist allgemein bekannt. Und doch gibt es hierzulande nach wie vor Millionen Raucher. So manch einer versucht, immer mal wieder, aufzuhören. Allerdings brauchen die meisten mehrere Anläufe, um rauchfrei zu werden. Denn nicht nur der körperliche Entzug erschwert das Aufhören. Vor allem die Routinen, bei denen oft zum Glimmstängel gegriffen wird, machen den Verzicht oft schwer.

Etwas leichter soll es mit Nikotinersatzmitteln, wie Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster sein. Auch die sogenannten E-Zigaretten, bei deren Konsum nicht mehr vom Rauchen, sondern vom Dampfen gesprochen wird, können den Übergang in ein rauchfreies Leben angenehmer machen.

Wie funktioniert die Rauchentwöhnung?

An erster Stelle steht der fest Wille, den Zigaretten dauerhaft Adieu zu sagen. Mit konkreten Antworten auf die Frage, warum man aufhören will, fällt das Durchhalten leichter. Ein Ziel, sich beispielsweise von dem ersparten Geld etwas Schönes zu kaufen, steigert zusätzlich die Motivation. Eine ärztliche Therapie zur Raucherentwöhnung kann ebenfalls hilfreich sein. Das Gespräch mit einem Arzt hilft das Für und Wider dafür abzuwägen.

Der körperliche Entzug beginnt bereits nach ein paar Stunden ohne „Kippen“. Der Puls und der Blutdruck sinken. Kalte Hände und Füße werden seltener. Die Kohlenmonoxid-Belastung wird gesenkt. Dadurch wird wieder mehr Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden und der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich. Allerdings zählen zu den klassischen Begleiterscheinungen des Nikotin-Entzugs depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Unruhe, vermehrtes Schwitzen und größerer Appetit. Eine Gewichtszunahme ist daher nicht selten.

Was kostet eine Rauchentwöhnung?

Rauchen belastet nicht nur die Gesundheit,

sondern schmälert deutlich den Geldbeutel. Bei dem Konsum von 10 bis 20 Zigaretten am Tag, sind das bei einem Preis von sieben Euro pro Schachtel zwischen 1.345 bis 2.689 Euro jedes Jahr. Das könnte man sinnbringender in andere Dinge investieren.

Dessen sind sich Raucher oft auch bewusst, und wollen darum dem blauen Dunst gern dauerhaft entfliehen. Insbesondere wenn bereits ein paar erfolglose Versuche unternommen wurden, die Zigaretten los zu werden, versucht es manch einer mit Akupunktur oder Hypnose zur Rauchentwöhnung. Hier kosten die Sitzungen, je nach Anbieter und Dauer zwischen 30 und etwa 400 Euro. Ob die Kosten für Akupunktur oder Hypnose von der Krankenkasse übernommen werden, hängt von der Kasse ab und muss erfragt werden.

Nikotinpflaster sind mit einem geringen Nikotingehalt und in der kleinsten Packungsgröße mit sieben Stück für je 24 Stunden Nikotinzufuhr für um die 20 Euro zu bekommen. Für bereits unter zehn Euro sind dagegen Nikotinkaugummis erhältlich, um damit schrittweise das Verlangen nach Nikotin zu reduzieren, und ohne Zigaretten leben zu können.

Was sieht der Leistungskatalog gesetzlichen Krankenversicherung vor?

Jüngst mussten die Richter des Bundessozialgerichts über eine Klage zur Übernahme der Kosten von Medikamenten zur Rauchentwöhnung entscheiden (Aktenzeichen B 1 KR 25/18 R). Eine gesetzlich Krankenversicherte leidet an COPD, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Sie hatte ihre Krankenkasse auf Versorgung mit dem Arzneimittel „Nicotinell“ verklagt. Allerdings haben Versicherte keinen Anspruch gegen ihre Krankenkasse, dass diese die Kosten übernehmen. Denn diese Mittel sind „verfassungskonform kraft Gesetzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen“, wie es im Urteil heißt. Mit dem Rauchen aufzuhören, kann man ebenfalls ohne medikamentöse Maßnahmen erreichen, so die Richter.

Viele Krankenkassen bieten individuelle Unterstützung auf dem Weg in ein Nichtraucherleben an. Das kann zum Beispiel ein Nichtrauchertraining sein oder auch das Angebot, sich mit Experten in einem Forum auszutauschen. Zudem bezuschussen viele Kassen spezielle Kurse oder Methoden zur Rauchentwöhnung.

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