Korrespondenzpflicht

Unter dem Begriff Korrespondenzpflicht versteht man die Verpflichtung eines Versicherers zur Auskunftserteilung und zum Schriftwechsel mit einem vom Versicherungskunden eingeschalteten Interessenvertreter.

Versicherungskunden können ein berechtigtes Interesse daran haben, einen Vertreter zu bevollmächtigen, der sich um ihre Versicherungsangelegenheiten kümmert. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Versicherungskunden nicht über die nötige Sachkunde verfügen. Oder wenn die Versicherten Unterstützung brauchen – beispielsweise aufgrund von Alter oder Krankheit. Auch ein längerer Aufenthalt im Ausland kann ein Grund sein, einen Dritten mit der Vertretung seiner Interessen zu beauftragen.

Die Korrespondenzpflicht stellt sicher, dass die Angelegenheiten des Versicherungskunden zu dessen Zufriedenheit geregelt und seine Interessen wahrgenommen werden können.

Urteile zur Korrespondenzpflicht

Da sich Versicherungsunternehmen ihrer Verpflichtung nicht immer bewusst sind, gab es in den vergangenen Jahren zu dieser Thematik verschiedene gerichtliche Entscheidungen. Das prominenteste Urteil ist eine Entscheidung des BGH (Az: IV ZR 165/12 vom 29.05.2013). Der vierte Zivilsenat bejahte die Korrespondenzpflicht und legte einerseits ihren Umfang fest. Andererseits wurden die Grenzen gesetzt, wann es dem Versicherer nicht zuzumuten ist, mit
einem Bevollmächtigten des Versicherungskunden kommunizieren zu müssen.

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