Impfungen

Welche Impfungen die Krankenversicherungen übernehmen

Ob zuhause oder in der weiten Welt – Impfungen schützen vor den Folgen einer schweren, manchmal auch tödlich verlaufenden Erkrankung. Welche Impfungen von den Krankenversicherungen übernommen und welche der Versicherte selbst zahlen muss, erfahren Sie hier.

Sie gilt als Meilenstein in der Medizingeschichte: Die Impfung . Vor über 200 Jahren entwickelte man das erste Mal ein Impfstoff und probierte ihn an einem Kind aus. Die Krankheit, die es damals zu bekämpfen galt, waren die Pocken. Ein englischer Landarzt hatte die Beobachtung gemacht, dass Frauen, die Kühen molken, nicht an dieser Erkrankung litten. Als Grund vermutete er, sie haben sich bereits mit den Kuhpocken angesteckt und konnten sich daher nicht mehr mit der menschlichen Variante infizieren.
Aufgrund dieser Vermutung wagte er das Experiment mit einem Jungen. Er verabreichte ihm die Kuhpocken und später die menschlichen Pocken. Seine Annahme bestätigte sich und das Kind blieb gesund. Viele andere Krankheiten wurden nach diesem Prinzip ebenfalls erfolgreich bekämpft. Die Pocken beispielsweise gelten seit den 1970-er Jahren als ausgestorben.

Infektionen:

Ähnliches gilt für Infektionen wie Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio), Wundstarrkrampf (Tetanus), Röteln und andere Krankheiten, die einen schweren Verlauf nehmen und sogar tödlich enden können – wie beispielsweise die Masern, die weltweit erstmals seit Jahren wieder häufiger auftreten, was bei konsequenter Impfung nicht sein müsste.

Impfungen bereits für Babys empfohlen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt, bereits Babys im Alter von zwei Monaten das erste Mal zu impfen. Zwar bekomme das Kind im Mutterleib und später über die Muttermilch bereits viele Abwehrstoffe, doch sind Neugeborene und Babys andererseits auch besonders gefährdet. Ein Impfkalender zeigt, in welchem Alter die Kinder gegen welche Krankheiten geimpft werden sollten. Die Erstattung dieser Impfungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV ) ebenso wie die private Krankenversicherung (PKV). Denn sie zählen zu den medizinisch notwendigen Schutzimpfungen und sind gesetzlich festgeschrieben (siehe dazu Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses).

Daneben gibt es noch das Reiseimpfen. Ob die Pauschalreise innerhalb Europas, der Afrika-Trip oder der Urlaub in Asien – überall lauern Risiken, sich mit einer schweren Krankheit zu infizieren. Welche das für das auserkorene Ziel sein können, darüber informiert das Auswärtige Amt.

Auch bei Reisen in ferne Länder besser impfen

Auch für Reisen gibt es diverse Empfehlungen zum Impfen, die jedoch nicht zu den gesetzlich vorgeschrieben Leistungen der Krankenkassen gehören und somit auch nicht zwingend übernommen werden müssen (siehe dazu die individuellen Gesundheitsleistungen, IGeL ). In jedem Fall ist es daher ratsam, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, ob diese die jeweilige Impfung erstattet.

Ein Beispiel dafür ist die Impfung gegen Hepatitis. Diese Infektionskrankheit der Leber bringen sich viele Urlauber nicht nur aus den Tropen mit, sondern sie lauert auch am Mittelmeer. Dabei sichert bereits eine Impfung gegen Hepatitis A einen ersten Schutz. Der Langzeitschutz für bis zu zehn Jahre entsteht nach der zweiten Impfung im Abstand von sechs bis zwölf Monaten nach der ersten. Die Kosten für diese beiden Impfstoffe betragen rund 80 Euro. Zwischen 45 und 120 Euro bewegen sich die Preise für die Dosis. Hinzu kommt der Kostensatz des Arztes, der die Spritze verabreicht.

Übernahme der Kosten:

Im Unterschied zur GKV gelten in der PKV grundsätzlich die Regelungen in den allgemeinen Musterbedingungen zur PKV. Demnach werden Kosten nur für Krankheit oder Unfall übernommen – und eine Impfung ist weder das eine noch das andere. Allerdings übernehmen die Anbieter je nach Tarif die Impfkosten. Oftmals sind die reinen Schutzimpfungen eingeschlossen, insbesondere diejenigen für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr. Bei den Impfungen für Erwachsene werden bei den privaten Versicherungsunternehmen die Empfehlungen der STIKO einbezogen. Für alle anderen Kosten gilt, dass die Versicherer vieles analog zu den Krankenkassen freiwillig übernehmen.

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