Gesundheitsprüfung in der PKV: So machen Sie alles richtig

Gesundheitsprüfung PKV: So machen Sie alles richtig

Private Krankenversicherungen (PKV) sind wirtschaftlich agierende Unternehmen. Deshalb werden bei der Berechnung des persönlichen Beitrags eines Versicherten nicht das aktuelle Einkommen, sondern das Eintrittsalter und der allgemeine Gesundheitszustand berücksichtigt.

Um sich über Letzteres zu informieren, nehmen die privaten Krankenversicherer eine Gesundheitsprüfung vor. Alles Wissenswerte rund um die Gesundheitsprüfung der PKV erfahren Sie in diesem Beitrag. Beachten Sie auch unsere Tipps!

Gesundheitsprüfung in PKV: Unbedingt Gesundheitsfragen ehrlich und lückenlos beantworten

Bevor eine private Krankenversicherung einen Versicherungsschutz zu einem ganz persönlichen Beitrag anbietet, informiert sie sich über den aktuellen Gesundheitszustand des zukünftigen Versicherten und über eventuelle frühere Erkrankungen. Die Gesundheitsfragen liegen in der Regel dem Versicherungsantrag bei.

Beantworten Sie die PKV Gesundheitsfragen immer ehrlich und verschweigen Sie nichts. Der Grund: Mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung entbinden Sie in der Regel alle behandelnden Zahnärzte und Ärzte von ihrer Schweigepflicht gegenüber Ihrem privaten Krankenversicherer. Das heißt: Nach Vertragsabschluss kann Ihre PKV den Wahrheitsgehalt Ihrer Angaben jederzeit kontrollieren.

Gesundheitsfragen der Versicherer können manche oder alle der nachfolgenden Teilbereiche betreffen.

Ambulante Heilbehandlung

Der Abfragezeitraum im ambulanten Bereich bezieht sich normalerweise auf drei, maximal fünf Jahre. Er betrifft Behandlungen und Untersuchungen bei niedergelassenen Ärzten oder anderen Behandlern. Manchmal wird auch nach regelmäßiger Einnahme von Medikamenten gefragt.

Solche Fragen werden gestellt:

  • Haben Behandlungen oder Untersuchungen bei Ärzten und anderen Heilbehandlern stattgefunden?
    Dazu zählen nicht nur Allgemeinmediziner, sondern auch Fachärzte und Heilpraktiker. In manchen Fällen wird sogar hier nach dem Zahnarzt gefragt.
  • Bestehen oder bestanden Krankheiten, Beschwerden Unfallfolgen in folgenden Bereichen?
    Hier wird gezielt nach Organen (z. B. Atmungsorgane, etc.) oder Systemen (z. B. Herz- Kreislaufsystem, etc.) gefragt.

Stationäre Heilbehandlung

Der stationäre Bereich bezieht sich in der Regel auf die letzten fünf bis maximal zehn Jahre und betrifft Operationen und Krankenhausaufenthalte.

Solche Fragen werden gestellt:

Haben in den letzten 5 Jahren Krankenhausaufenthalte oder Operationen stattgefunden?
Das betrifft auch ambulante Operationen, oder Reha-Maßnahmen.

Zahnärztliche Heilbehandlung

Hier wird nach dem Gebisszustand, nach fehlenden oder ersetzten Zähnen gefragt. Zusätzlich können Fragen nach kieferorthopädischen Maßnahmen gestellt sein und nach Erkrankungen des Zahnfleisches gefragt werden.

Psychotherapie

Hier geht es in der Regel ebenfalls um einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren.

Weitere Fragen

Dann gibt es noch Fragen, die den Zeitraum sehr viel weiter fassen. Hier wird oft nach „jemals“ gefragt. Das betrifft Angaben zu HIV-Infektion, oder auch Kinderwunschbehandlung, bzw. Suchterkrankung.

Wichtig:

Die schriftlich gestellten Fragen sind immer wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Reicht der Platz nicht aus, dann kann ein Beiblatt verwendet werden.

Anhand der Fragen schätzt der Krankenversicherer das Risiko ein. Vorerkrankungen können zu einem PKV-Risikozuschlag führen. Nicht jeder Krankenversicherer schätzt ein Risiko gleich ein und daher gibt es Unterschiede in der Höhe des PKV-Risikozuschlags.

Tipp:

Wer einen Risikozuschlag aufgrund einer Vorerkrankung vereinbart hat, hat Anspruch auf Überprüfung des Risikozuschlages, sofern sich das Bild der Vorerkrankung verändert hat.

Rechtsgrundlage: Herabsetzung der Prämie nach § 41 VVG
Gültigkeit: seit dem 1.1.2008 in einer neuen Fassung

PKV Gesundheitsprüfung muss nicht direkt bei Antragstellung erfolgen

Die PKV sind nicht verpflichtet, schon bei der Antragstellung die Angaben zum Gesundheitszustand auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Auch eine ärztliche Untersuchung befreit den Antragsteller nicht von seiner Verpflichtung, alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß (insbesondere was die Vergangenheit angeht) zu beantworten.

Diese Folgen kann das Verschweigen von wichtigen Angaben haben

In der Regel überprüft der private Krankenversicherer die Gesundheitsangaben im Antrag erst, wenn ein auffälliger Versicherungsfall eingetreten ist. Dann aber wird die Krankengeschichte des mittlerweile Versicherten unter Umständen sehr weit zurückverfolgt. Und wenn bei der PKV Gesundheitsprüfung entdeckt wird, dass im Antragsbogen bei den Gesundheitsfragen Vorerkrankungen verschwiegen wurden, die ggf. sogar für den aktuellen Versicherungsfall relevant sind, erhält der Versicherte ausgerechnet in diesem Fall höchstwahrscheinlich keine Leistungen. Es kann unter Umständen sogar vorkommen, dass die PKV den Versicherungsschutz kündigt.

Empfehlung: Vorerst nur einen Probeantrag bei der PKV einreichen

Wer auch im Hinblick auf seine Vorerkrankungen die Beiträge zur privaten Krankenversicherung vergleichen möchte, reicht am besten vor einem echten Krankenversicherungs-Antrag einen so genannten Probeantrag bei den gewünschten PKV ein.

Das Schöne daran: Ein Probeantrag bindet Sie als Antragsteller nicht, wohl aber die PKV. Und zwar wenn diese aus dem Probeantrag ein verbindliches Angebot macht. Sie können dann frei entscheiden, ob Sie das Angebot annehmen möchten oder nicht.

So einfach stellen Sie einen Probeantrag bei einer PKV:

Streichen Sie im Krankenversicherungsantrag das Wort „Antrag“, ersetzen es durch „Probeantrag“ und reichen den Probeantrag bei der PKV ein.

Im Zusammenhang mit der Prüfung eines Probeantrags muss die jeweilige PKV den Gesundheitszustand sowie besondere Gesundheitsrisiken des Antragstellers einschätzen und – falls erforderlich – entsprechende Risikozuschläge berechnen. Erst danach hat der Probe-Antragssteller die vollständige Klarheit darüber, zu welchem Beitrag ein Tarif zustande kommen kann.