Optionstarif in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Das Wichtigste in Kürze zum Optionstarif in der privaten Krankenversicherung:

  • Ein Optionstarif hält den aktuellen Gesundheitszustand von Versicherten fest und „friert ihn ein“. So bietet er eine spätere Zugangsmöglichkeit zur privaten Krankenversicherung ganz ohne erneute Gesundheitsprüfung.
  • Optionstarife ermöglichen lediglich einen späteren Versicherungs- oder Tarifwechsel. Sie beinhalten keinen Anspruch auf Krankenversicherungsleistungen.
  • Einige Tarife sind mit einer Krankenzusatzversicherung kombinierbar.
  • Die einzelnen Optionstarife sind an unterschiedliche Laufzeiten und Bedingungen gebunden. In der Regel müssen sie von Versicherten innerhalb von einem bis fünf Jahren genutzt werden.

Was ist ein Optionstarif?

Ein Optionstarif ist ein Übergangstarif, der Versicherten einen späteren Wechsel von der GKV in die PKV zu heutigen Bedingungen möglich macht. Solange sie noch gesund sind, können sie sich ihren Anspruch auf eine private Versorgung so jetzt schon für später sichern. Bei zukünftigem PKV-Beitritt ist dann keine erneute Gesundheitsprüfung nötig. Dazu wird ihr Gesundheitsstatus bei Abschluss des Tarifs einmalig auf dem aktuellen Stand erfasst und „eingefroren“. So bietet der Optionstarif eine Aufnahmegarantie in die private Krankenvollversicherung – sogar wenn bei einem zukünftigen PKV-Beitritt schließlich schon Vorerkrankungen bestehen.

Für bereits Privatversicherte kann ein Optionstarif zudem eine Möglichkeit darstellen ihren Tarif jederzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung hochzustufen. Denn in der Regel bieten Versicherungsgesellschaften eine Hochstufung des Tarifs nur nach erneuter Prüfung des Gesundheitszustands an, um ihr Risiko bestmöglich kalkulieren zu können.

Wichtig zu wissen: Ein Optionstarif gilt nur für die Versicherungsgesellschaft, bei der er abgeschlossen wird. Bleibt der Versicherte gesund, hat es bei einem späteren Wechsel in die PKV weiterhin frei Versicherungswahl. Für den Fall bereits bestehender Vorerkrankungen garantiert der Optionstarif ihm hingegen den Zugang zu einem möglichst leistungsstarken Tarif.

Wie kann ein Optionstarif in der privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden?

Grundsätzlich gilt: Der frühe Abschluss eines Optionstarifs ist empfehlenswert, da in jungem Alter in aller Regel noch keine Vorerkrankungen bestehen. Sobald in Anbetracht der beruflichen Situation also ein späterer Wechsel in die PKV absehbar ist, ist ein Optionstarif empfehlenswert. Dabei gibt es folgende Punkte zu beachten:

  • Vergleich mehrerer Versicherungsgesellschaften und Prüfung der passendsten Tarife für die zukünftige berufliche Situation
  • Prüfung der Laufzeit in Abgleich mit dem individuell geplanten Beitritt in die private Krankenversicherung
  • evtl. Kombination des Tarifs mit einer Krankenzusatzversicherung (z.B. Zahnzusatzversicherung oder stationäre Krankenhaus-Zusatzversicherung), um sich Privatleistungen auch schon in der GKV zu ermöglichen.

Was ist der Unterschied zu einer Anwartschaft?

Die sogenannten Anwartschaftsversicherung gibt Versicherten die Möglichkeit ihren Tarif ruhen zu lassen und die Versicherungsleistungen für einen bestimmten Zeitraum zu unterbrechen (z.B. um für einen Zeitraum gesetzlich versichert zu sein). Ähnlich wie beim Optionstarif können die Leistungen über eine Anwartschaft zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Risikoprüfung wieder aufgenommen werden.

Dabei sind zwei Varianten der Anwartschaft zu unterscheiden:

  • Kleine Anwartschaft: Sie sorgt dafür, dass der aktuelle Gesundheitszustand „eingefroren“ wird. Bei einer Wiederaufnahme der Krankenversicherung zu einem späteren Zeitpunkt erspart sie eine weitere Gesundheitsprüfung.
  • Große Anwartschaft: Sie sichert nicht nur den aktuellen Gesundheitsstatus, sondern auch das jeweilige Einstiegsalter. Das heißt: Versicherte bauen, während die Anwartschaftsversicherung aktiv ist, weiterhin Altersrückstellungen auf und können zum ursprünglichen Eintrittsalter erneut in die private Krankenversicherung einsteigen. Aus diesem Grund liegt die Prämie für eine große Anwartschaft höher.

Für wen eignet sich ein Optionstarif?

Ein Optionstarif eignet sich für alle Personen, bei denen in den nächsten Jahren mit einem Wechsel in die PKV zu rechnen ist.

Häufig beschäftigen sich PKV-Interessierte mit den Optionen einer privaten Krankenversicherung erst, wenn die persönlichen Rahmenbedingungen schon einen Versicherungsabschluss erlauben. Allerdings ist ein späterer Wechsel oftmals bereits einige Jahre vorher absehbar. Das können sich Versicherte mit dem Optionstarif zunutze machen. Denn ein Abschluss ist hier besonders in jungen Jahren bei noch guter Gesundheit sinnvoll.

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Personen, die derzeit aufgrund ihrer persönlichen Situation (z.B. Ausbildung, Studium, aktuelles Gehalt) noch nicht in die private Versicherung wechseln können, sich für die Zukunft aber eine medizinische Privatabsicherung garantieren möchten, profitieren von einem Optionstarif. Sofern sie ihre Gesundheitsdaten in jungem Alter durch einen Optionstarif „konservieren“, wird die übliche Gesundheitsprüfung bei einem späteren Beitritt in die PKV überflüssig.

Gerd Güssler

Versicherungsexperte & Geschäftsführer KV-FUX

Eine erschwerte Aufnahme oder Risikozuschläge durch eventuelle Gesundheitsprobleme, die in den folgenden Jahren womöglich entstehen, können so umgangen werden. Denn grundsätzlich gilt: Was für die PKV-Prämie zählt, sind die mit dem Optionstarif festgehaltenen Gesundheitsdaten.

Vor allem für folgende Personengruppen ist eine zukünftige private Krankenversicherung möglich:

  • Studenten und Studentinnen mit späterer Beamtenlaufbahn (z.B. Lehramt)
  • Studenten und Studentinnen mit späterer selbständiger/freiberuflicher Tätigkeit (z.B. Ärzt:innen, Steuerberater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen)
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte (besserverdienende Angestellte oberhalb der Versicherungspflichtgrenze oder Selbständige/Freiberufler:innen), die sich die Möglichkeit eines späteren Wechsels zu günstigen Konditionen offenhalten möchten.
  • Angestellte mit einem Einkommen, das in absehbarer Zeit oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (Stand 2022: 64.350 Euro Bruttoeinkommen pro Jahr) liegen wird.
  • Bereits PKV-Versicherte, die sich eine Tarifhochstufung mit umfangreicheren Leistungen beim gleichen Anbieter ohne erneute Gesundheitsprüfung offenhalten möchten.

Wie viel kostet ein Optionstarif in der privaten Krankenversicherung?

Die Kosten für einen Optionstarif liegen bei vielen Versicherungen durchschnittlich im Bereich von etwa 5 Euro im Monat. Je nach Versicherungsgesellschaft sowie möglicher Kombination mit einer Zusatzversicherung sind preisliche Abweichungen nach oben sowie nach unten möglich. Der Monatsbeitrag bietet Versicherten zwar keine unmittelbaren Versicherungsleistungen. Dafür vermittelt er Versicherten durch sein Optionsrecht die Sicherheit und Garantie einer medizinisch hochwertigen Versorgung für die Zukunft – unter Berücksichtigung aller Eventualitäten wie eintretender Krankheiten.

Vergleich: Wie viel kostet eine Anwartschaftsversicherung?

Die Kosten einer Anwartschaftsversicherung hängen primär vom Versicherer und dem Tarif ab, den der oder die Versicherte zukünftig wiederaufnehmen möchte. Für eine kleine Anwartschaft sind monatlich in etwa 10 Prozent des üblichen Beitrags fällig. Die Anwartschaft für Basistarife ist vom Beitrag her damit günstiger als die Anwartschaft für leistungsstarke Premiumtarife.

Einer der Vorteile der Optionsversicherung: Die Entscheidung, welchen Tarif Sie abschließen möchten, ist erst bei Ausübung und Nutzung der Option nötig. Dadurch gestaltet sich der Optionstarif tendenziell günstiger und bietet mehr Möglichkeiten.

Unter welchen Voraussetzungen kann ein Optionstarif abgeschlossen werden?

Ein Optionstarif sollte im Optimalfall unter diesen Voraussetzungen abgeschlossen werden:

  • junges Eintrittsalter der Versicherten und guter Gesundheitszustand
  • zukünftiger PKV-Einstieg ist in Anbetracht der persönlichen Rahmenbedingungen möglich und zu erwarten
  • geplante PKV-Aufnahme ist ggf. mit tariflichem Maximalalter kompatibel

Was gibt es bei der Auswahl eines Optionstarifs zu beachten?

Bei der Auswahl der Optionsversicherung ist es besonders wichtig, dass der gewählte PKV-Anbieter einen leistungsstarken Versicherungsschutz für die Zukunft bietet.

Das hat folgenden Grund: Ein Optionstarif hat ausschließlich Gültigkeit für den PKV-Anbieter, bei dem er abgeschlossen wird. Kurzum: Ein späterer Wechsel zu einem anderen Versicherer ist zwar weiterhin möglich, macht aber eine erneute Gesundheitsprüfung möglich. In Abhängigkeit von den eigenen beruflichen Plänen sollte die Wahl der Versicherungsgesellschaft somit schon mit Abschluss der Optionsversicherung genau in den Blick genommen werden. Nicht jede Versicherung bietet für jede Berufsgruppe die qualitativ geeignetsten Tarife (z.B. spezielle Beamtentarife).

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Unser Expertentipp für Sie:

Ein Optionstarif eignet sich für alle, die jetzt schon wissen, dass sie in die PKV wechseln. Denn je früher desto besser – solange meine Gesundheit noch optimal ist – haben ich dann die Möglickeit diese für meinen Wechsel in die PKV zu konservieren. Ein Optionstarif ist aber keine Krankenversicherung.

Thomas Vitallowitz

KV-Fux Marktanalyst

Gibt es Altersgrenzen für einen Wechsel?

Je nach Versicherungsgesellschaft sehen einige Optionstarife ein vertraglich festgelegtes Maximalalter vor (z.B. Alter 50 Jahre). Dabei gilt: Bis zum Erreichen der Altersfrist muss die Option des Tarifs genutzt worden sein – andernfalls verfällt die Aufnahmegarantie in die private Vollversicherung. Bei Verfall des Optionsrechts gelten erneut die regulären Bedingungen für einen Versicherungsabschluss inklusive der üblichen Gesundheitsprüfung. Liegen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses dabei bereits gesundheitliche Einschränkungen vor, kann die Versicherungsprämie entweder deutlich teurer ausfallen oder aber es ist mit Leistungsausschlüssen zu rechnen.

Wichtiger Hinweis:

Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Altersgrenzen Ihrer Optionsversicherung! Um den Termin nicht zu verpassen, lohnt es sich das Datum der letztmöglichen Ausübung im Kalender zu vermerken – im Idealfall mit etwas Vorlaufzeit.

Welche Leistungen bietet ein Optionstarif in der privaten Krankenversicherung?

Ein Optionstarif bietet Versicherten folgende Leistungen:

  • Wechsel von der GKV in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung oder
  • Hochstufung in einen leistungsstärkeren Tarif innerhalb der privaten Krankenversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • ggf. sofort wirksame Krankenzusatzversicherung als Ergänzung zur GKV (z.B. Zusatzleistungen im Krankenhaus)

Wichtig zu wissen:

PKV-Optionstarife schließen keinen Krankenversicherungsschutz mit ein. Ein Optionstarif ist damit kein Ersatz für eine bestehende Krankenversicherung. Er bietet keine Versicherungsleistungen im eigentlichen Sinne, sondern nur die Option auf einen späteren Versicherungswechsel.

Welche Laufzeiten gelten bei einer Optionsversicherung?

Die meisten Optionstarife sehen Maximallaufzeiten vor. Das bedeutet konkret: Sie garantieren einen Wechsel in die private Krankenversicherung nur für eine zuvor festgelegte Anzahl an Versicherungsjahren.

Bei Wegfall der Versicherungspflicht in der GKV, muss die Option für die private Vollversicherung in aller Regel, ehe sie verfällt, innerhalb eines zuvor festgelegten Zeitraums (regulär zwischen zwei und sechs Monaten) genutzt werden.

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