Angst vorm Zahnarzt: Kann Hypnose helfen?

Kann Hypnose bei Angst vorm Zahnarzt helfen?

Viele Menschen haben panische Angst vor dem Zahnarzt und schieben Behandlungen deshalb immer wieder auf. Hypnose kann ein Weg sein, diese Angst zu überwinden. Doch wie hoch sind die Kosten und wer übernimmt sie?

Dentalphobie – die Angst vor dem Zahnarzt ist weit verbreitet. 60 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse unwohl beim Zahnarzt. Bei fast jedem Zehnten (8 Prozent) geht das soweit, dass sie aus Angst eine zahnärztliche Behandlung gar nicht erst zulassen können.

Dabei spielen unterschiedliche Befürchtungen eine Rolle. Da ist die Erwartungsangst im Wartezimmer, die Behandlungsangst selbst oder auch die Verlustangst, wenn ein Zahn gezogen werden muss. Bei der Behandlungsangst fürchten sich ein Drittel der Betroffenen (33 Prozent) vor der Vibration des Bohrers. Etwas weniger – 31 Prozent – stören sich am Geräusch des Bohrers und ähnlich viele (28 Prozent) können die Betäubungsspritze nicht ohne mulmiges Gefühl sehen. Bei knapp einem Viertel (24 Prozent) ist es der Anblick des Bohrers, der ihnen Angst macht.

Das Gefühl ausgeliefert zu sein, fördert die Angst vor dem Zahnarzt

Eine Ursache ist unter anderem das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Aber auch frühere traumatische Erlebnisse, die Angst vor unerwarteten Schmerzen, unbekannte und unvorhergesehene Abläufe während der Behandlung, der drohende Verlust der Selbstkontrolle sowie ein starker Würgereiz geben Betroffene als Gründe für ihre Angst an.

Allerdings ist niemand diesen Gefühlen hilflos ausgeliefert. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, dagegen anzugehen. Manchmal hilft es schon, sich im Wartezimmer auf dem Kopfhörer beruhigende Musik anzuhören. Reicht das nicht aus, ist der Weg zu einem Verhaltenstherapeuten eine weitere, von den Krankenkassen anerkannte Alternative.

Darüber hinaus können spezialisierte Zahnärzte mit Entspannungstechniken oder einer Hypnose die Angst soweit reduzieren, dass eine Behandlung möglich wird. Der Patient wird dabei in eine Art Trancezustand versetzt.

Stephan Eitner, Zahnarzt und Präsident der DHG:

„Es ist ein Entspannungszustand, bei dem der Blick nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet ist – bei dem der Patient gewissermaßen ein bisschen herunterfährt“, erklärt Stephan Eitner, Zahnarzt und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie (DGH) im Berliner Stadtportal.

Die äußere Wahrnehmung sei in dieser Situation quasi abgeschaltet. Angst vor Schmerzen brauche niemand zu haben, weil man auch unter Hypnose eine örtliche Betäubung bekommt. Meist sei dann jedoch eine geringere Dosis notwendig.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht in jedem Fall

Laut Deutscher Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie kostet eine zahnärztliche Hypnosesitzung zwischen 80 und 150 Euro pro 50 Minuten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings nur auf Antrag bei einer nachgewiesenen Phobie. Die privaten Versicherer regeln das ganz unterschiedlich in ihren Tarifen. Daher ist es ratsam, dass sich der Patient im Vorfeld bei seinem Anbieter erkundigt.

Prinzipiell kann sich jeder geistig gesunde Mensch hypnotisieren lassen. Er muss jedoch dafür bereit sein, sich darauf einlassen und darauf konzentrieren können. Wer sich dagegen sträubt, kann auch nicht hypnotisiert werden. Grundlage dafür ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient.

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