Wahltarife

Wahltarife sind Versicherungstarife der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die vom Standardtarif der Regelversorgung abweichen.

Wahltarife dürfen seit Einführung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes am 1.4.2007 angeboten werden. §53 SGB V bildet dafür die gesetzliche Grundlage.

Folgende Wahltarife werden derzeit angeboten:

  • Wahltarif Selbstbehalt: Hier verpflichtet sich der Versicherte, einen Teil der anfallenden Kosten für medizinische Leistungen selbst zu tragen. Im Gegenzug erhält er eine Prämie in Höhe von maximal 20% des Jahresbeitrags, jedoch nicht mehr als 600 Euro.
  • Wahltarif Krankengeld: Selbstständigen wurde am 01.01.2009 der Anspruch auf Krankengeld durch die GKV gestrichen. Seitdem können sie sich das Krankengeld ab dem 43. Tag einer Arbeitsunfähigkeit gegen Zahlung des allgemeinen Beitragssatzes erkaufen oder einen Wahltarif abschließen, bei dem ein höheres Krankengeld und eine kürzere Karenzzeit vereinbart werden kann.
  • Wahltarif mit Prämie bei Leistungsfreiheit: Die Prämie wird dann gezahlt, wenn ein Versicherter und mitversicherte Familienangehörige über 18 Jahre in einem Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Vorsorgeuntersuchungen zählen nicht dazu. Die Prämie ist dabei auf 20% des Jahresbeitrags, max. 600 Euro begrenzt.
  • Wahltarif Kostenerstattung: Versicherte werden hier ähnlich wie Privatpatienten behandelt und erhalten dafür eine Rechnung, die sie bei ihrer Krankenkasse einreichen. Dadurch erhalten Kassenpatienten medizinische Leistungen, die ansonsten Privatpatienten vorbehalten sind. Allerdings besteht ein finanzielles Risiko, da die Erstattung der Krankenkasse in vielen Fällen niedriger ist als der Rechnungsbetrag.

Mit Wahltarifen können sich GKV-Versicherte erstmals höhere Leistungen erkaufen bzw. Beiträge sparen, binden sich damit allerdings auch für längere Zeit an die Krankenkasse.

Es gelten folgende Mindestbindungsfristen:

  • In den Wahltarifen „Selbstbehalt“ sowie „Krankengeld“ beträgt die Mindestbindungsfrist drei Jahre
  • In den Wahltarifen „Prämie bei Leistungsfreiheit“ und „Kostenerstattung“ beträgt sie ein Jahr.

Wahltarife dürfen vor Ablauf der Mindestbindungsfrist nur dann verlassen werden, wenn die Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitragssatz erhebt oder erhöht. Auch ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) bleibt solange verwehrt, das heißt, das Eintrittsalter für die PKV steigt. Einzige Ausnahme: Die Versicherungspflicht endet aufgrund des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und der Versicherte erklärt innerhalb von zwei Wochen seinen Austritt aus der gesetzlichen Krankenversicherung.

« Wahlleistungen im KrankenhausWartezeit »

Die Seite wird geladen ...
nach oben