Notlagentarif

Sozialtarif der privaten Krankenversicherung bei Beitragsschulden.

Mit Wirkung zum 01.08.2013 ist das Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung in Kraft getreten. Bestandteil dieses Gesetzes ist der sogenannte Notlagentarif. Versicherungsfähig in diesem Tarif sind Personen, deren substitutive Krankenversicherung nach den gesetzlichen Vorschriften des §193 Abs. 6 VVG ruht.

Die Umstellung in den Notlagentarif erfolgt kraft Gesetz. Deshalb ist eine Beantragung auf Wechsel oder Aufnahme in den Notlagentarif durch den Versicherungsnehmer nicht möglich.

Die Umstellung in die ursprünglichen, der Pflicht zur Versicherung genügenden Tarife und somit die Wiederherstellung des vor Umstellung in den Notlagentarif geltenden Versicherungsschutzes in der privaten Krankenversicherung erfolgt zum ersten Tag des übernächsten Monats, nachdem alle ausstehenden Forderungen ausgeglichen worden sind.

Der Notlagentarif sieht gesetzlich definierte Leistungen vor und besteht sowohl als 100%-Variante als auch als beihilfekonforme Variante mit 20%, 30% und 50% Erstattung. Für Erwachsene sind ausschließlich Leistungen für akute Erkrankungen und Schmerzzustände sowie für Schwangerschaft und Mutterschaft erstattungsfähig. Für Kinder wird darüber hinaus z.B. für Vorsorgeuntersuchungen, für die von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen sowie für kieferorthopädische Behandlungen gezahlt.

Die im Notlagentarif Versicherten erhalten einen gesonderten Behandlungsausweis, der dem Arzt bzw. Zahnarzt vor Beginn der Behandlung vorzulegen ist.

Private Krankenversicherungsverträge, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes am 01.08.2013 ruhten, gelten rückwirkend zum Termin des Ruhens als im Notlagentarif versichert. Durch die rückwirkende Vertragsumstellung in den Notlagentarif, wird ab dem Rückwirkungszeitpunkt nicht der vertraglich vereinbarte, sondern der Beitrag des Notlagentarifs geschuldet. Der Beitrag für den Notlagentarif wird für den rückwirkenden Zeitraum (Beginn des Ruhens bis zum 31.07.2013) nicht durch Alterungsrückstellungen verringert.

Für die seit 01.08.2013 fälligen Beiträge sind die bisher angesparten Alterungsrückstellungen in der Weise anzurechnen, dass bis zu 25% des monatlichen Beitrags durch Entnahme aus der Alterungsrückstellung finanziert wird. Der tatsächlich zu zahlende Beitrag seit 01.08.2013 ist demnach von der Höhe der angesparten Alterungsrückstellungen abhängig.

Weitere Sozialtarife der privaten Krankenversicherung: Basistarif, Standardtarif.

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