Kindernachversicherung: Fristen, Vorteile und Alternativen

Die Kindernachversicherung in der privaten Krankenversicherung (PKV) stellt einen wesentlichen Schritt in der Absicherung der Gesundheit Ihres Nachwuchses dar. Dieser Ratgeber bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, von den Fristen und Voraussetzungen für die Nachversicherung eines Neugeborenen bis hin zu den spezifischen Vorteilen, die die PKV für Ihr Kind bieten kann. Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, die beste Entscheidung für die Gesundheitsversorgung Ihres Kindes zu treffen und die komplexen Details des Versicherungsprozesses verständlich zu machen.

Es kommt immer wieder mal vor, dass privat versicherte Eltern ihre Kinder nicht beim eigenen Krankenversicherer anmelden möchten, sondern sich einen anderen Anbieter aussuchen wollen. Sie entscheiden sich bewusst gegen die Kindernachversicherung. Dabei bietet sie erhebliche Vorteile, denn, erfolgt die Anmeldung innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt, dann wird auf eine Gesundheitsprüfung beim Kind verzichtet. Außerdem besteht Kontrahierungszwang, das heißt, der Krankenversicherer ist verpflichtet Versicherungsschutz zu bieten.

Funktionsweise der Kindernachversicherung

Die Funktionsweise der Kindernachversicherung variiert je nach den Versicherungsbedingungen der Eltern. Hier sind einige Szenarien, die Sie als Eltern berücksichtigen sollten:

Wenn beide Elternteile in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind, ist das Neugeborene automatisch über die Familienversicherung in der GKV mitversichert. In einigen Fällen kann jedoch eine separate Anmeldung erforderlich sein, insbesondere wenn das Kind bei Geburt bereits geerbt hat.

Wenn ein Elternteil privat und der andere gesetzlich versichert ist, haben Sie die Möglichkeit zu entscheiden, ob Sie Ihr Kind privat oder gesetzlich versichern möchten. Normalerweise wird das Kind beim Elternteil mit dem höheren Einkommen oder einem Elternteil mit besonderem Status, wie z.B. Beamtenstatus, versichert.

Sind beide Eltern privat versichert, kann das Kind bei der Versicherung der Eltern nachversichert werden. Dies muss normalerweise innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach der Geburt geschehen, und es gelten bestimmte Bedingungen hinsichtlich des Versicherungsschutzes.

Wenn die Eltern in verschiedenen privaten Krankenversicherungen versichert sind, können Sie frei wählen, bei welcher Versicherung das Kind versichert sein soll.

Im Falle einer Adoption gilt die Kindernachversicherung auch für das Adoptivkind, solange es minderjährig ist. Es ist jedoch möglich, dass in diesem Fall Risikozuschläge anfallen.

Es ist wichtig, sich über die jeweiligen Bedingungen und Leistungen der Versicherungen zu informieren und gegebenenfalls individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die beste Versicherungslösung für Ihr Kind zu finden.

Welche Fristen gibt es für die Kindernachversicherung in der privaten Krankenversicherung?

Wichtige Fristen für die Kindernachversicherung in der PKV sind essentiell, um den Versicherungsschutz für Neugeborene nahtlos zu gewährleisten. Zunächst ist es erforderlich, dass mindestens ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt bereits für mindestens drei Monate privat versichert ist. Anschließend haben Eltern eine Frist von zwei Monaten nach der Geburt, um ihr Kind bei der privaten Krankenversicherung anzumelden. Diese Zeiträume sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihr Neugeborenes von Anfang an umfassend versichert ist.

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Vorteile der Kindernachversicherung

Die Kindernachversicherung in der PKV bietet signifikante Vorteile: Eltern haben zwei Monate Zeit, um sich für die Versicherung ihres Kindes zu entscheiden, wobei Kosten auch rückwirkend übernommen werden. Zudem profitieren Kinder von besonders günstigen Beiträgen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist und die Versicherung keine Risikozuschläge erheben darf, was den Versicherungsschutz für Neugeborene unkompliziert und zugänglich macht.

Alternative zur Kindernachversicherung

Eine mögliche Alternative zur Kindernachversicherung ist die Kinderalleinversicherung, bei der das Kind unabhängig von den Eltern bei einer anderen Gesellschaft versichert werden kann. Dabei müssen allerdings die spezifischen Vorteile der Kindernachversicherung, wie die Vermeidung einer Gesundheitsprüfung und das Fehlen von Risikozuschlägen, aufgegeben werden, da für die Kinderalleinversicherung in der Regel eine Gesundheitsprüfung notwendig ist. Nicht alle Versicherer bieten eine Krankenvollversicherung für Neugeborene an, was bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte.

Manche Tarife sehen ein Optionsrecht vor. Das ermöglicht es dem in der privaten Krankenversicherung versicherten Elternteil, zu bestimmten Zeitpunkten seinen Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung an eine geänderte Bedarfssituation anzupassen.

Sollte kein Optionsrecht vorgesehen sein, oder der Termin nicht passen, dann bietet auch das Tarifwechselrecht gemäß § 204 VVG eine Grundlage, die es betroffenen Kunden ermöglicht ihren Versicherungsschutz zu erweitern.

Das gelingt aber nicht immer. Vor allem, wenn sich die gesundheitlichen Verhältnisse bei den Eltern zwischenzeitlich verschlechtert haben, kann es schwierig werden mögliche Leistungslücken beim eigenen PKV Vertrag zu schließen. Das kann sogar dazu führen, dass es nicht gelingt oder mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden ist.

In diesem Fall kann es durchaus sinnvoll sein, Kinder bei einem anderen Versicherer unterzubringen. Der Versicherungsumfang für das Kind ist dort frei wählbar und nicht an das nach oben begrenzende Leistungspaket der Eltern gebunden. Durch einen fundierten Tarif-Vergleich, der sich immer auf die Versicherungsbedingungen stützen sollte, lassen sich so das passende Preis-Leistungs-Verhältnis und der richtige Anbieter ermitteln.

Welche Nachteile bringt es mit sich, das Kind in einer einer anderen PKV zu versichern?

Neben den möglichen Vorteilen, sollten betroffene Eltern auch die Nachteile im Blick behalten. Einer davon ist die Gesundheitsprüfung. Sollte sich während der Entbindung oder den beiden sich anschließenden Untersuchungen U1 und U2 irgendein Verdacht ergeben, so dass weitere diagnostische Mittel eingesetzt werden müssen, dann entstehen Kosten, die von den Eltern zu tragen sind. Bei der Kindernachversicherung sind solche Kosten inbegriffen. Anders verhält es sich, wenn ein anderer Krankenversicherer gewählt wird. Er wird die hier bereits entstandenen Kosten keinesfalls erstatten.

Als Ergebnis einer Gesundheitsprüfung kann es notwendig werden, einen Risikozuschlag oder sogar einen Leistungsausschluss zu vereinbaren. Es kann sogar dazu führen, dass der Krankenversicherer den Antrag nicht annehmen kann. Anders als bei der Kindernachversicherung besteht bei einem dritten Krankenversicherer kein Kontrahierungszwang.

Auf diese Leistungen ist besonders zu achten:

Es gibt einige Leistungsmerkmale, auf die speziell bei Kindern Wert gelegt werden sollte – wie beispielsweise Rooming-In, Logopädie, Ergotherapie, Kieferorthopädie und mehr; diese haben wir für Sie bereits hier erklärt.

Nicht gleich festlegen, sondern sich Zeit lassen mit der Entscheidung

Wer sich früh genug Gedanken um den Versicherungsschutz seiner Kinder macht, der kann bereits im Vorfeld vieles klären. Sollte es also Alternativen zur Kindernachversicherung geben, ist folgende Vorgehensweise ratsam:

  • Festlegen der Kriterien, die im Versicherungsschutz enthalten sein sollen und sich durch eine Marktanalyse einen Überblick über in Frage kommende Versicherer verschaffen.
  • Das Ergebnis der beiden Untersuchungen U1 und U2 abwarten. Sie sind für einen anderen Krankenversicherer relevant.
  • Nach der Geburt innerhalb der ersten drei bis vier Lebenswochen des Kindes, bei den in Frage kommenden Anbietern eine Risikovoranfrage zum gewünschten Versicherungsschutz stellen. Für den Fall, dass die Risikovoranfrage nicht zur Zufriedenheit beantwortet wird, ist immer noch ein zeitlicher Spielraum vorhanden, um Kinder per Kindernachversicherung beim eigenen PKV-Anbieter unterzubringen.

Empfehlung:

Qualifizierte Vermittler bzw. Versicherungsberater helfen bei der Suche nach geeignetem Versicherungsschutz. Oft wird im Vertrieb von Krankenversicherungen ein sogenanntes Vergleichsprogramm zum Finden und Darstellen von Tarifen genutzt. Wichtig beim Lesen einer solchen Übersicht ist, dass die Inhalte qualitativ, der vollständigen Tarifleistung entsprechend, nachvollziehbar sind.

Es kommt bei der Tarifauswahl zuerst auf die Inhalte nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen an und nicht auf den oft in den ersten Blick gestellten billigsten Beitrag. Als Kunde kaufen Sie immer nur das, was am Ende in den AVB, den Tarifbedingungen der Tarife steht

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