VVaG

Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) ist in den §§ 15 bis 53b Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) geregelt. Diese besondere Rechtsform, die nur für Versicherer gilt, fällt unter die Regelungen des Vereinsrechts nach den §§ 21ff. BGB. Ein Verein auf Gegenseitigkeit ist keine Rechtsform eines Unternehmens. Ihr rechtlicher Status ist etwa ähnlich der Körperschaft des öffentlichen Rechts.

  1. Charakteristisch am Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist, dass die Versicherungsnehmer gleichzeitig Mitglieder des Vereins sind. Oberstes Organ des Vereins ist die Mitgliedervertreterversammlung, die oft auch als Hauptversammlung bezeichnet wird.
  2. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit spezialisieren sich oftmals auf Nischenmärkte: Im Bereich der VVaGs finden sich auch kleinere, örtlich begrenzte, bodenständige und bewusst nur bestimmte Personen aufnehmende Vereine. Diese Versicherungsvereine mit marginalen Mitgliederzahlen können sehr flexibel am Markt agieren und sind oft sehr spezialisiert. Es hat sich herausgestellt, dass deren Nischenprodukte mitunter als Innovationen im gesamten Versicherungsmarkt eingeführt werden. Beispiele hierfür sind Nischenprodukte wie spezielle Tarife für Nichtraucher, für Vegetarier oder Versicherungsschutz gegen Windausfall von Windkraftanlagen.
  3. Die wirtschaftliche Bedeutung der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit lässt sich bereits daran erkennen, dass in Deutschland allein 300 VVaGs registriert sind, davon 220 kleinere Vereine. Durch ihre Agilität und Flexibilität sind sie am Versicherungsmarkt sehr präsent. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit haben im Vergleich zu Aktiengesellschaften, die auf gleichem Gebiet tätig sind, deutlich höhere Zuwachsraten zu verzeichnen. Durch geringere Verwaltungskosten sind sie häufig in der Lage, höhere Gewinne zu erzielen.
  4. Der Vorteil dieser Rechtsform ist, dass erarbeitete Gewinne im Unternehmen verbleiben, da keine fremden Eigentümer zu bedienen sind. Das ist jedoch auch gleichzeitig ein Nachteil, da kein Fremdkapital auf dem Kapitalmarkt aufgenommen werden kann. Der Verein muss also aus sich selbst heraus die nötigen Mittel aufbringen.

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